Steigende Mietpreise in den USA Schulbezirk bittet Eltern um Wohnraum für Lehrkräfte

Weil die Mieten zu hoch waren, kündigten mehrere Lehrkräfte ihre Jobs in der Nähe von San Francisco. Der Schulbezirk reagierte mit einer Suchmail an die Eltern – und freut sich jetzt über zahlreiche Angebote.
Skyline von San Francisco: Suche nach Wohnungen für »Angestellte mit mittlerem Einkommen«

Skyline von San Francisco: Suche nach Wohnungen für »Angestellte mit mittlerem Einkommen«

Foto: Bloomberg/ Getty Images

Steigende Wohnungsmieten stellen die Schulen im Großraum San Francisco in den USA zunehmend vor Probleme. Allein im kalifornischen Schulbezirk Milpitas habe es zum Ende des Schuljahres zehn Kündigungen von Lehrerinnen und Lehrern gegeben, denen die Haus- und Wohnungspreise in der Bucht von San Francisco zu hoch gewesen seien, berichtet die »Washington Post« . Die Lehrkräfte hätten ihre Arbeitsverträge beendet, weil sie es sich nicht mehr leisten konnten, in der Nähe ihrer Schulen zu leben.

Das zuständige Schulamt hat daher die Eltern im Bezirk angeschrieben und sie gebeten, freien – und möglichst günstigen – Wohnraum zu melden, den sie »mit unseren Pädagogen des Milpitas Unified School District teilen möchten«. In der Mail werden die Eltern demnach auch gefragt, wie viele Zimmer sie für welchen Preis zur Verfügung stellen könnten. Innerhalb weniger Tage habe es mehr als 50 Antworten mit Angeboten gegeben, heißt es in dem Bericht.

Ende August hatte sich die örtliche Schulbehörde bereits mit dem Problem steigender Mieten beschäftigt. Der Graben zwischen »denen, die sich ein Zuhause in der San Francisco Bay Area leisten können, und denen, die es nicht können, wird mit alarmierender Geschwindigkeit größer«, heißt es in einer Entschließung. Etwa die Hälfte der rund tausend Mitarbeiter des Bezirks seien Lehrkräfte. Dabei handele es sich um »Angestellte mit mittlerem Einkommen«, denen es immer schwerer falle, ein Haus oder eine Wohnung zu mieten oder zu kaufen. Bei Mitarbeiterbefragungen 2017 und 2021 hatte die Hälfte der Befragten hohe Mieten und lange Arbeitswege beklagt, berichtet die »Washington Post«.

Neben dem Aufruf an die Eltern versucht der Bezirk außerdem, günstige Immobiliendarlehen für Lehrkräfte zu vermitteln und zusätzlich selbst Wohnungen zu kaufen oder zu bauen, um seine Angestellten dort unterzubringen. So gebe es in Daly City südlich von San Francisco 122 Wohnungen, in denen Lehrkräfte und andere Beschäftigte im öffentlichen Dienst bis zu fünf Jahre lang leben können – zu reduzierten Mieten weit unter dem Marktpreis.

him
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