Neue Richtlinien in US-Bundesstaat Virginia schränkt Rechte von trans Schülerinnen und Schülern ein

In Virginia regieren die Republikaner – das zeigt sich auch in neuen Schulrichtlinien. Trans Schüler müssen nun die Umkleiden ihres biologischen Geschlechts nutzen, auch der Namenswechsel wird erschwert.
Schulbusse in Virginia: Trans Kinder sollen sich am biologischen Geschlecht orientieren

Schulbusse in Virginia: Trans Kinder sollen sich am biologischen Geschlecht orientieren

Foto: Kevin Lamarque / REUTERS

Der republikanische Gouverneur Glenn Youngkin hat die Rechte von trans Schülerinnen und trans Schülern im US-Bundesstaat Virginia eingeschränkt. Das geht aus den neuen Musterrichtlinien des Bildungsministeriums hervor, die online veröffentlicht  wurden.

Die Richtlinien besagen unter anderem, dass Schülerinnen und Schüler nur noch die Toiletten und Umkleideräume benutzen sollen, die ihrem biologischen Geschlecht entsprechen. Schulen sollen ihre Sportteams nach biologischem Geschlecht trennen dürfen.

Die Richtlinien erschweren es den Schülerinnen und Schülern auch, ihre Namen zu ändern. Sie sollen mit den Namen und Pronomen angesprochen werden, die durch offizielle Dokumente belegt sind, außer die Eltern geben ihr Einverständnis zu einer Namensänderung. Außerdem muss Eltern die Möglichkeit gegeben werden, Einspruch zu erheben, bevor Beratungsdienste zum Thema Geschlechtsidentität angeboten werden.

Gouverneur Glenn Youngkin: Neue Richtlinien für Virginias Schulen

Gouverneur Glenn Youngkin: Neue Richtlinien für Virginias Schulen

Foto: Shawn Thew / epa

Der Leitfaden unterliegt einer 30-tägigen sogenannten öffentlichen Kommentierungsfrist, die noch in diesem Monat beginnt. Danach müssen die lokalen Schulbehörden Richtlinien verabschieden, die mit den Richtlinien des Ministeriums »übereinstimmen«, aber »umfassender« sein können, heißt es in der entsprechenden Vorschrift.

Richtlinien von 2021 umgekehrt

Erst 2021 hatte der damalige demokratische Gouverneur Ralph Northam Richtlinien verabschiedet, die es trans Schülerinnen und trans Schülern erlaubten, Namen und Geschlechtspronomen zu verwenden, die ihre Geschlechtsidentität widerspiegeln, ohne dass sie dafür offizielle Dokumente als Nachweis hätten vorlegen müssen. Die Richtlinien besagten auch, dass die Schülerinnen und Schüler Zugang zu Programmen und Räumlichkeiten haben, die ihrer Geschlechtsidentität entsprächen.

Ein Sprecher des neuen Gouverneurs Youngkin, der seit Januar im Amt ist, sagte, die aktualisierten Richtlinien erfüllten die Verpflichtung des Gouverneurs zur Aufrechterhaltung der Würde und des Respekts aller Schüler an öffentlichen Schulen. Die aktualisierten Richtlinien besagen auch, dass Schulen sicherstellen müssen, dass keine Schülerinnen und keine Schüler aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert werden.

Schülerinnen und Schülern mit besonderen Bedürfnissen müsse entgegengekommen werden. Eingeschlossen seien da auch Schülerinnen und Schüler »mit einer anhaltenden und aufrichtigen Überzeugung«, dass sich ihre Geschlechtidentität von ihrem biologischen Geschlecht unterscheidet.

Konservative »begeistert«

Konservative in Virginia begrüßen die neuen Richtlinien. »Wir sind begeistert, dass Gouverneur Youngkin unsere Schulen dazu bringt, die Privatsphäre und Würde aller Schüler zu respektieren und die herausragende Rolle der Eltern im Leben ihrer Kinder zu achten«, sagte Victoria Cobb, Präsidentin der Family Foundation, einer christlich-fundamentalistischen Organisation.

Demokraten und LGBTQ-Interessenvertretungen kritisieren die Änderungen. Die Richtlinie sei »absolut beschämend«, twitterte der demokratische Abgeordnete Mike Mullin. »Trans Kinder verdienen es, in einer Umgebung zu lernen und zu gedeihen, die frei von Mobbing, Einschüchterung und Angst ist. Das bedeutet, so angesprochen zu werden, wie sie sind, und sie darin zu unterstützen, wer sie sein werden.«

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Die Demokraten im Senat bezeichneten den Schritt in einer gemeinsamen Erklärung als »eine schwere Verletzung der Bürgerrechte« der Menschen in Virginia. Damit werde die Politik des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump fortgesetzt, die Vielfalt und Inklusion auslösche.

ptz/AP
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