Volle Busse und Bahnen trotz Corona Verkehrsunternehmen fordern gestaffelten Schulbeginn

Hygienekonzepte für Klassenräume - aber dichtes Gedränge in den Schulbussen auf dem Weg dorthin. Um das Verkehrsaufkommen am Morgen zu mindern, verlangt ein Verband nun eine Entzerrung der Anfangszeiten.
Eine Schülerin wartet auf einen Bus (Archivbild)

Eine Schülerin wartet auf einen Bus (Archivbild)

Foto: BeckerBredel / imago images

Viele Unternehmen mussten zur Eindämmung der Corona-Pandemie wieder schließen, doch in den Schulen läuft der Betrieb weiter. Auf den Wegen dorthin kommt es zu Stoßzeiten teils zu großem Gedränge in Bussen und Bahnen.

Um den Andrang am Morgen zu entzerren, haben die deutschen Verkehrsunternehmen nun einen gestaffelten Beginn des Schulunterrichts gefordert. Dadurch würde das Verkehrsaufkommen in Bussen und Bahnen am Morgen gemindert und der Gesundheitsschutz im öffentlichen Nahverkehr verstärkt, sagte der Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Ingo Wortmann, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Nur eine halbe Stunde Verschiebung soll viel ausmachen

Die Beeinträchtigung des Schulbetriebes wäre "minimal", wenn der Unterricht für die jüngeren Kinder gegen 8.00 Uhr beginnen und für die älteren zeitversetzt, beispielsweise eine Stunde später, führte Wortmann aus. Der Effekt auf den Nahverkehr in der Hauptverkehrszeit am Morgen wäre nach seinen Worten "enorm" - die Kapazität und damit der zur Verfügung stehende Platz in den Fahrzeugen würde demnach "sofort um mindestens 20 Prozent steigen".

Die Nachfrage und Auslastung des öffentlichen Nahverkehrs ist rund um den Schulbeginn am stärksten, wie Wortmann den Zeitungen sagte. Die Verkehrsunternehmen setzten in dieser Zeit bereits das volle Angebot an Bus und Bahn ein. "Es fährt alles, was fahren kann."

Um Schulbusse in der Pandemie zu entlasten, hatte der Landkreis Peine bereits nach Lösungen gesucht – und eine Elterntaxi-Prämie angeboten. Doch die Idee, Eltern für Fahrten zur Schule eine Pauschale von 30 Cent pro Kilometer zu bezahlen, scheiterte.

Bislang setzen sich die zuständigen Ministerien und Behörden in der Coronakrise "viel zu selten ernsthaft mit dem wichtigen Thema der Schülerbeförderung auseinander", kritisierte Wortmann. "Die Planungen enden dort zu oft am Schultor und scheitern an verschiedenen Zuständigkeiten. Das löst aber die tatsächlichen Kapazitätsprobleme bei der Schülerbeförderung nicht."

apr/AFP/dpa