Zahlen der Kultusminister 118 von 30.000 Schulen wegen Corona geschlossen

Wie gravierend sich die Corona-Pandemie auf die Schulen auswirkt, ist stark umstritten – auch, weil es an einer soliden Datenbasis fehlt. Nun legen die Kultusminister Zahlen auf den Tisch.
Leere Klassenzimmer wegen Corona: Die Zahl der geschlossenen Schulen steigt (Symbolbild)

Leere Klassenzimmer wegen Corona: Die Zahl der geschlossenen Schulen steigt (Symbolbild)

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Fabian Sommer/ picture alliance/dpa

Trotz anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen in Deutschland ist die Lage an den Schulen nach aktuellen Daten der Kultusministerkonferenz (KMK) weiter relativ entspannt. Allerdings gibt es einen leichten Anstieg bei der Zahl geschlossener oder nur eingeschränkt arbeitender Schulen. Außerdem sind mehr Schülerinnen und Schüler von Quarantäne  betroffen oder ihr Corona-Test war positiv. Bei den Lehrkräften gehen die Zahlen zurück. Der Überblick:

Schulen:

  • Von den rund 30.000 abgefragten Schulen im Land waren demnach zum Ende der vergangenen Woche 118 geschlossen – 12 mehr als in der Vorwoche.

  • Eingeschränkten Präsenzbetrieb gab es an 3.702 Schulen. Dort waren etwa einzelne Klassen oder Lerngruppen im sogenannten Distanzunterricht, also zu Hause. In der Woche zuvor waren es noch 3.320 Schulen. Wenn es Infektions- oder Corona-Verdachtsfälle gibt, werden meist einzelne Schüler oder auch Klassen und Jahrgänge in Quarantäne geschickt.

Schülerinnen und Schüler:

  • Von den mehr als 10 Millionen Schülern in Deutschland waren Ende vergangener Woche 199.932 in Quarantäne (Vorwoche: 190.937).

  • Einen positiven Corona-Test hatten 20.185 Schülerinnen und Schüler (Vorwoche: 19.364).

Lehrerinnen und Lehrer:

  • Bei den knapp 900.000 Lehrkräften gab es 3.169 Corona-Fälle (Vorwoche: 3.219)

  • 11.598 Lehrkräfte waren in Quarantäne (Vorwoche: 12.120).

Die Kultusministerkonferenz hatte angekündigt, künftig einmal wöchentlich über den deutschlandweiten Stand zu berichten. Bisher war es schwierig, ein genaues Gesamtlagebild zu erhalten, weil die Daten in den Bundesländern unterschiedlich erhoben und nicht zentral erfasst wurden.

Die Zahlen werden nun regelmäßig von der KMK zusammengetragen, soweit die Länder sie übermitteln. Nicht alle stellen etwa konkrete Quarantänezahlen zu Schülern zur Verfügung oder Zahlen zu Schulen, die im eingeschränkten Betrieb sind.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) lobte, es sei positiv, dass die KMK nun regelmäßig Daten erhebe. Der Vorsitzende Udo Beckmann mahnte jedoch: »Diese Zahlen liefern keinen Grund, berechtigte Ängste der Eltern, Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte herunterzuspielen.« Es handele sich um eine beachtliche Anzahl, »die nicht konsequent marginalisiert werden darf«. Die Werte aus den Bundesländern zeigten eine extreme Bandbreite. In Mecklenburg-Vorpommern seien 5 Prozent der Schulen betroffen, in Berlin 39 Prozent, in Bremen 36, im Saarland 23 und in Nordrhein-Westfalen 20 Prozent.

fok/dpa
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