Wegen Corona Bildungsminister kann sich leichtere Abschlussprüfungen vorstellen

Sollten die Anforderungen für Abitur und Mittleren Schulabschluss wegen Corona reduziert werden? Helmut Holter, Bildungsminister in Thüringen, lässt das für sein Bundesland prüfen.
Kommt auch der nächste Prüfungsjahrgang in Thüringen in den Genuss einer »Abmilderungsverordnung«? Abiturientinnen und Abiturienten in Thüringen im Frühjahr 2020

Kommt auch der nächste Prüfungsjahrgang in Thüringen in den Genuss einer »Abmilderungsverordnung«? Abiturientinnen und Abiturienten in Thüringen im Frühjahr 2020

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Bodo Schackow/ dpa

Geschlossene Schulen, Fernunterricht, Quarantäne: Weil das Coronavirus den Schulalltag in den vergangenen Wochen und Monaten massiv durcheinander gebracht hat, kann sich Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) erleichterte Prüfungen am Ende des Schuljahrs vorstellen.

»Wir erheben jetzt mit Klausuren und Klassenarbeiten den Lernstand der Schülerinnen und Schüler«, sagte Holter der Deutschen Presse-Agentur. Zu Beginn des zweiten Schulhalbjahres im Februar werde es dann aus seinem Ministerium eine »klare Ansage« geben, wie es mit den Prüfungen weitergeht.

Bereits im Sommer seien die Abiturprüfungen in Thüringen vorsorglich nach hinten verschoben worden, sagte Holter. Ursprünglich sollte beispielsweise das Mathe-Abitur am 4. Mai geschrieben werden; nun gilt der 28. Mai als neuer Termin.

Auch andere Bundesländer wie Bayern und Nordrhein-Westfalen haben Prüfungstermine für das Frühjahr 2021 bereits verschoben oder zusätzliche Unterrichtstage angekündigt.

Die Landesschüler*innenvertretung NRW fordert in diesem Zusammenhang »angemessene Veränderungen der üblichen Bewertungsverfahren« bei den Abschlussprüfungen. Wer 2021 Abitur mache, sollte »die Möglichkeit erhalten, in diesem Schuljahr zwischen einer Durchschnittsnote als Abschlussnote, gebildet aus den Leistungen, die sie in der Qualifikationsphase erbracht haben, und dem Ablegen der Abiturklausuren zu wählen«.

Wissenslücken erfordern neue Ideen

Auch der Deutsche Philologenverband zeigte sich offen dafür, wegen bestehender Wissenslücken über neue Prüfungsformen nachzudenken. »Man muss sehen, wie man diesen Nachteil ausgleicht. Wir haben ja einige Bundesländer, die schon ihre Abschlussprüfungstermine verschoben haben«, sagte ein Sprecher. Es müsse überlegt werden, ob Prüfungen nochmals verschoben werden müssten und was getan werden könne, um die Schülerinnen und Schüler fit zu bekommen für die Prüfungen.

»Abmilderungsverordnung« heißt ganz offiziell der Verwaltungsakt, mit dem das thüringische Bildungsministerium im Zuge des Shutdowns im Frühjahr Erleichterungen für die Abiturprüfungen erlassen hatte. Holter bestätigte, dass sich eine Arbeitsgruppe nun erneut mit dem Thema befasse.

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Der Chef des Thüringer Lehrerverbands, Rolf Busch, begrüßte das Vorgehen. »Es kann nur das geprüft werden, was auch behandelt wurde«, sagte Busch, der auch Vizechef des Bundesverbandes Bildung und Erziehung (VBE) ist.

him/dpa