Hotel Mama Mehr als ein Viertel der 25-Jährigen wohnt noch bei den Eltern

Ach nee, jetzt noch nicht: Deutlich mehr als jeder vierte 25-Jährige wohnt in Deutschland noch im Haushalt der Eltern. Vor allem junge Männer zögern den Auszug hinaus. Spitzenreiter in Europa ist aber ein anderes Land.
Bei den Eltern kann's so schön sein, dass man gar nicht ausziehen will – oder? (Symbolbild)

Bei den Eltern kann's so schön sein, dass man gar nicht ausziehen will – oder? (Symbolbild)

Foto: Oliver Rossi / Getty Images

Mehr als ein Viertel der 25-jährigen in Deutschland, nämlich 28 Prozent, hat im Jahr 2020 noch bei den Eltern gelebt. Das geht aus Daten des Statistischen Bundesamts  hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurden.

Vor allem Söhne lassen sich mit dem Auszug Zeit. So lebten 35 Prozent von ihnen noch im elterlichen Haushalt, während es bei Töchtern im Alter von 25 Jahren nur gut jede Fünfte (21 Prozent) war.

Der Unterschied zwischen den Geschlechtern bleibt demnach auch später bestehen. Mit 30 Jahren wohnen immerhin noch 13 Prozent der Männer als lediges Kind mit im Elternhaushalt, jedoch nur sechs Prozent der Frauen. Im Alter zwischen 30 und 40 Jahren reduzieren sich diese Anteile noch einmal deutlich: Mit 40 Jahren wohnen nur noch vier Prozent der Männer und rund zwei Prozent der Frauen bei den Eltern.

Schweden: Nichts wie raus!

Angaben zu den Gründen, warum so viele junge Erwachsene bei den Eltern wohnen bleiben, gab es nicht. So ist auch unklar, ob die Coronapandemie sich beim Verbleib im Elternhaus bemerkbar machte – etwa wegen eines Studienbeginns ohne Präsenzveranstaltungen  oder wegen Kurzarbeit im Ausbildungsbetrieb. Die Daten stammten aus dem Mikrozensus, der 2020 neu gestaltet wurde. Die Ergebnisse sind deshalb mit den Vorjahren nur eingeschränkt vergleichbar.

Allerdings ist ein Vergleich mit Daten des Statistikamts der Europäischen Union (Eurostat) möglich. Das durchschnittliche Alter beim Auszug aus dem Elternhaus lag in Deutschland 2020 demnach mit 23,8 Jahren etwas niedriger als im EU-Durchschnitt (26,4). Vor allem in den nordeuropäischen Ländern ziehen Kinder früh von zu Hause aus: Mit 17,5 Jahren hatte Schweden das niedrigste Auszugsalter – über sechs Jahre früher als in Deutschland. Auch in Dänemark (21,2 Jahre) und Finnland (22 Jahre) verlassen Kinder das Elternhaus vergleichsweise früh.

Im Gegensatz dazu ziehen junge Erwachsene in Süd- und Osteuropa eher spät aus: mit durchschnittlich 30,2 Jahren in Italien und Malta, mit 30,9 Jahren in der Slowakei und sogar erst mit 32,4 Jahren in Kroatien. Schweden ist dabei europaweit das einzige Land, in dem Frauen länger bei ihren Eltern wohnen bleiben als Männer.

him/dpa
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