Bericht über Microsoft-Gründer Bill Gates wurde offenbar aufgefordert, unangemessenen E-Mail-Verkehr zu beenden

Im Jahr 2008 flirtete Bill Gates einem Bericht zufolge per E-Mail mit einer Angestellten. Das »Wall Street Journal« meldet, dass Microsoft-Führungskräfte ihn zum Aufhören drängten. Er selbst bestreitet das.
Microsoft-Gründer Bill Gates (Archivbild 2018): »Diese Behauptungen sind falsch«

Microsoft-Gründer Bill Gates (Archivbild 2018): »Diese Behauptungen sind falsch«

Foto: Markus Schreiber / AP

Führungskräfte bei Microsoft haben sich im Jahr 2008 offenbar mit Firmengründer Bill Gates getroffen, um über dessen »unangemessenen« E-Mail-Verkehr mit einer Angestellten zu sprechen. Wie das »Wall Street Journal« berichtet,  soll Gates in den Nachrichten mit der Frau geflirtet haben. Die Führungskräfte warnten ihn dem Bericht zufolge davor, diese unangemessene Praxis fortzusetzen.

An dem Treffen waren demnach Brad Smith und eine weitere Führungskraft beteiligt. Smith war damals der wichtigste Anwalt für Microsoft, inzwischen ist er Präsident des Unternehmens. Laut »Wall Street Journal« sagte Gates bei dem Termin 2008 zu, keine solchen E-Mails mehr zu schreiben. Daraufhin sei der Fall zu den Akten gelegt worden; auch, weil es keine Hinweise darauf gegeben habe, dass Gates und die Angestellte sich jemals privat getroffen hätten.

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Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, bestätigte Microsoft den Zeitungsbericht am Montag; wollte ihn aber nicht weitergehend kommentieren. Das Büro von Bill Gates erklärte in einer Mitteilung hingegen: »Diese Behauptungen sind falsch.« Es handle sich um aufgewärmte Gerüchte von Personen, die kein Wissen über die Tatsachen hätten und in einigen Fällen erhebliche Interessenkonflikte aufwiesen.

Bill Gates gründete Microsoft im Jahr 1975 gemeinsam mit Paul Allen. Gates war bis 2000 CEO der Firma, 2008 zog er sich aus dem Tagesgeschäft zurück. Bis 2014 war er Vorsitzender des Verwaltungsrats und fungierte danach als einfaches Mitglied. 2020 verließ er den Verwaltungsrat komplett.

Microsoft-Sprecher Frank Shaw sagte dem »Wall Street Journal« nun, die Warnungen aus der Führungsriege an Gates seien kurz vor dessen Rückzug aus dem Tagesgeschäft erfolgt. In den E-Mails an die Angestellte soll Gates unter anderem Treffen in der Freizeit vorgeschlagen haben, zitiert die Zeitung Shaw. Die Nachrichten seien in einem flirtenden Tonfall gehalten und unangemessen, »aber nicht übermäßig sexuell« gewesen.

Microsoft ließ Affäre von Bill Gates untersuchen

Es ist nicht das erste Mal, dass es Berichte über mögliches Fehlverhalten von Gates am Arbeitsplatz gibt. Im Jahr 2019 engagierte der Microsoft-Verwaltungsrat eine Anwaltskanzlei, um einen anderen Fall zu untersuchen: Dabei hatte eine Ingenieurin angegeben, über mehrere Jahre hinweg eine sexuelle Beziehung mit Gates geführt zu haben. Eine Sprecherin von Gates bestätigte damals, es habe vor fast 20 Jahren eine Affäre gegeben, die »freundschaftlich« endete.

Öffentlich wurde diese interne Untersuchung erst bekannt, nachdem das Ehepaar Bill und Melinda Gates im Mai dieses Jahres seine Trennung öffentlich gemacht hatte. Im August wurde die Scheidung der beiden offiziell, sie waren 27 Jahre verheiratet gewesen.

Transparenzhinweis: Die Gates-Stiftung unterstützt Medienunternehmen in den USA und Europa, darunter auch das Projekt »Globale Gesellschaft« beim SPIEGEL mit rund 2,3 Millionen Euro über drei Jahre. Mehr dazu lesen Sie hier.

aar/AP
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