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Bin Ladens Ende: Einsatz in Abbottabad

Foto: AAMIR QURESHI/ AFP

Bin-Laden-Jagd Navy Seals setzten auf tierischen Helfer

Viele Geheimnisse ranken sich um die Kommandoaktion gegen Osama Bin Laden. Nun kommt ein weiteres hinzu: Ein Hund habe die Spezialkräfte in Pakistan unterstützt, berichtet die "New York Times". Welche Mission hatte das Tier?

Hamburg - Noch gibt es viele Fragen zu der geheimen Operation, bei der US Navy Seals den Terrorchef Osama Bin Laden töteten: Wie viele Männer waren genau im Einsatz? Welche Tarnkappen-Technologie benutzten sie? Und hätten sie Bin Laden wirklich nicht festnehmen können? Als wäre all das nicht genug, rätselt die amerikanische Öffentlichkeit nun über ein weiteres Detail der Kommandoaktion: den einzigen Teilnehmer auf vier Beinen.

" Fox News ", die " New York Times ", die " Huffington Post " - sie alle widmen sich dem Hund, der angeblich Bin Laden jagte. Doch wie immer im Fall des Quaida-Chefs gilt: Belastbare Fakten sind kaum bekannt - weder zur Rasse des Hundes, noch zu seiner genauen Aufgabe.

Es könnte sich um einen Deutschen Schäferhund handeln oder um einen Belgischen, berichtet die "New York Times" ("NYT") unter Berufung auf ungenannte Quellen aus dem Militär. Schäferhunde seien häufig bei Kommandoaktionen in Afghanistan und im Irak eingesetzt worden, heißt es bei "Fox News".

Major William Roberts bildet für das US-Verteidigungsministerium Militärhunde aus. Beim Zugriff im pakistanischen Abbottabad könnte der Hund das Gelände nach Bomben oder Türgriffe auf Sprengfallen untersucht haben, sagte Roberts der "NYT". Die Navy Seals könnten das Tier auch mitgenommen haben, falls Bin Laden sich in einem geheimen Raum verstecken sollte. "Hunde sind sehr gut darin, Menschen in einem Gebäude zu finden", so Roberts.

Hundeweste mit Infrarotkamera

Weitere mögliche Missionen des tierischen Soldaten: Flüchtige stoppen, die nicht erschossen werden sollen, oder Menschengruppen kontrollieren. Gerade im Mittleren Osten, wo Hunde selten als Haustier gehalten werden, sei deren Wirkung nicht zu unterschätzen, so Roberts: "Hunde können in so einer Situation sehr einschüchternd wirken."

Wes Ticer, ein Sprecher der US-Spezialeinheiten, sagte der "NYT", die Hauptaufgaben der Hunde seien das Finden von Sprengsätzen sowie Suchaktionen und Patrouillen. Im vergangenen Jahr haben die Seals demnach vier Spezialwesten für ihre Hunde gekauft - ausgestattet mit Infrarot- und Nachtsichtkameras. So können die Einsatzkräfte selbst in großer Entfernung auf Monitoren sehen, was die Hunde sehen. Zudem trainierten die Spezialkräfte das gemeinsame Abseilen mit Hunden aus Helikoptern.

600 Hunde sind dem Bericht zufolge derzeit im Irak und in Afghanistan im Einsatz. Und wenn es nach General David H. Petraeus geht, dem Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte in Afghanistan, braucht das Militär noch mehr tierische Helfer: "Ihre Fähigkeiten können Menschen oder Maschinen nicht nachahmen", sagte Petraeus bereits im vergangenen Jahr.

Laut "NYT" sind besonders Labrador Retriever bei der Truppe beliebt. Die Tiere laufen demnach bei Patrouillen voran, um die Sicherheit der Route zu gewährleisten. Der Hund Remco sei 2009 sogar nach seinem Tod mit dem Silverstar ausgezeichnet worden, einem Orden für besondere Tapferkeit vor dem Feind. Remco hatte ein Versteck von Aufständischen in Afghanistan angegriffen.

Ob der Hund beim Einsatz gegen Osama Bin Laden ähnliche Großtaten vollbrachte, wird vielleicht niemals bekannt. Vielleicht ist das aber auch gar nicht so wichtig. Für die britische "Sun" steht schon jetzt fest: "Helden-Hund half, Osama zu fangen." 

hut
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