Unwetter in Nordhessen Blitzschlag tötet drei Frauen in Golfhütte

Bei einem Blitzeinschlag in Nordhessen sind drei Frauen getötet worden, eine weitere schwebt in Lebensgefahr. Die vier Frauen wollten sich auf einem Golfplatz in einer Hütte vor dem Gewitter schützen. Auch in anderen Regionen wüteten am Abend schwere Unwetter.


Hamburg - Bei schweren Unwettern sind in der Nähe von Kassel drei Frauen getötet worden, eine weitere schwebt in Lebensgefahr. Die Vier wollten sich nach ersten Erkenntnissen in einer Hütte auf der Golfanlage Waldeck bei Korbach unterstellen, nachdem sie beim Golfspielen von dem Unwetter überrascht wurden. In der Hütte habe dann um kurz nach 17 Uhr der Blitz eingeschlagen, erklärte das Polizeipräsidium in Kassel.

Rettungskräfte hätten noch versucht, die Frauen zu reanimieren, sagte ein Polizeisprecher. Doch für die drei Opfern sei jede Hilfe zu spät gekommen. Bei dem Einsatz waren die Polizei, der Rettungsdienst und mehrere Notärzte vor Ort. Die Frauen sind nach ersten Erkenntnissen zwischen 50 und 60 Jahre alt. Der Golfplatz wurde geräumt. Weitere Gäste oder Angestellte auf der Anlage wurden nicht verletzt.

Weite Teile Deutschlands litten am Freitag unter schweren Unwettern. In Rheinland-Pfalz ging an der rechtsrheinischen Bahnstrecke zwischen Kaub und St. Goarshausen ein Erdrutsch ab. Niemand sei verletzt und kein Zug beschädigt worden, sagte ein Polizeisprecher in St. Goarshausen. Ein Großteil der Erde und der Steine sei in einem Netz gelandet, ein Teil des Gerölls sei aber auch neben einem der Gleise der zweispurigen Strecke gelandet.

Nach Angaben der Bahnpolizei in Trier wurde die Bahntrasse voll gesperrt. Voraussichtlich sei die Strecke von Samstag an wieder eingleisig befahrbar, sagte ein Sprecher der Bahnpolizei. Rechtsrheinisch fährt vor allem Güterverkehr, ICEs fahren auf der linken Rheinseite. Dort komme es aber auch zu Verspätungen, weil Züge von der rechten auf die linke Rheinseite umgeleitet werden.

Bahnstrecke Hamburg-Berlin gesperrt

Die Bahnstrecke Hamburg-Berlin wurde wegen umgestürzter Bäume komplett gesperrt. Die Bahn ging davon aus, dass die Sperrung voraussichtlich bis Samstagmorgen andauere. Zwischen Brahlsdorf und Schwanheide im Landkreis Ludwigslust-Parchim (Mecklenburg-Vorpommern) seien Bäume auf die Oberleitungen gefallen und hätten diese so beschädigt, dass die Reparaturen voraussichtlich die ganze Nacht dauerten, sagte ein Bahnsprecher.

Seit Donnerstag meldeten Polizei und Feuerwehr zahlreiche Einsätze. In Köln prasselte am Nachmittag ein Wolkenbruch nieder. Die Feuerwehr sei zu rund hundert Einsätzen wegen vollgelaufener Keller und Tiefgaragen oder umgestürzter Bäume gerufen worden, sagte ein Sprecher. In Bielefeld berichtete die Feuerwehr von 150 Einsätzen bis zum Nachmittag. Tiefgaragen und Aufzugsschächte liefen voll. Ein Bagger in einer Baugrube versank ganz und gar in den Fluten.

Auf Bahnlinien in Schleswig-Holstein und Hessen hatten Blitze zu Störungen geführt. In der Nähe von Lüneburg schlug am Freitag sogar der Blitz in ein Stellwerk ein und löste Behinderungen im Bahnverkehr aus.

Für die kommenden Tage rechnen Meteorologen weiterhin mit sehr wechselhaftem Wetter - teils unerträgliche Hitze begleitet von heftigen Gewittern.

siu/dpa



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