Deutsches Rotes Kreuz ruft zum Blutspenden auf »Wir sind in einer kritischen Situation«

Kliniken in Deutschland haben derzeit offenbar hohen Bedarf an Blutkonserven. Doch Ferien und Reisen lassen die Bereitschaft sinken. Ein idealer Zeitpunkt für Erstspender, meint das Deutsche Rote Kreuz.
Blutspende (Symbolbild)

Blutspende (Symbolbild)

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Waltraud Grubitzsch / dpa

Angesichts mangelnder Vorräte ruft das Deutsche Rote Kreuz bundesweit dringend zu Blutspenden auf. »Wir sind im Moment in einer kritischen Situation, weil wir sehr hohen Bedarf an Blutkonserven in Kliniken haben«, sagte der Sprecher der Blutspendedienste des Deutschen Roten Kreuzes, Patric Nohe, anlässlich des Blutspendetags am 14. Juni.

Durch die Coronapandemie verschobene Operationen müssten noch nachgeholt werden. Doch Ferien, Feiertage und ein hohes Reiseaufkommen führten laut Nohe zu einer rückläufigen Spendenbereitschaft. Viele Spender seien nicht erreichbar. »Wer also noch nie Blut gespendet hat, jetzt wäre ein idealer Zeitpunkt dafür«, sagte der Sprecher.

Erhebliche Engpässe in der Versorgung mit Blutprodukten bestätigte auch der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI), Hubert Schrezenmeier. Demnach ist der Bedarf aktuell höher als das Spendenaufkommen. Das liege auch an der Rückkehr des Freizeitsports, bei dem es vermehrt Unfälle gebe.

Täglich werden in Deutschland im Schnitt rund 14.000 Blutspenden für Operationen, Unfallopfer und die Behandlung schwerer Krankheiten wie etwa Krebs benötigt. Mit einer Blutspende kann bis zu drei Schwerkranken oder Verletzten geholfen werden. Allerdings halten Blutpräparate nur maximal 42 Tage, manche Konzentrate sogar nur wenige Tage.

Blut spenden dürfen grundsätzlich alle zwischen 18 und 68 Jahren, wobei die Höchstgrenze für die erstmalige Spende bei 60 Jahren liegt. Auch ältere Menschen kommen infrage, wenn das ihr Gesundheitszustand zulässt. Das wird vor jeder Spende geprüft. Normalerweise können Männer bis zu sechsmal und Frauen bis zu viermal binnen zwölf Monaten Blut spenden. Zwischen zwei Spenden müssen mindestens 56 Tage liegen. Die Blutzellen erneuert der Körper zwar bereits in zwei Wochen, der Ausgleich des Eisenverlusts dauert aber rund zwei Monate, bei Frauen auch etwas länger.

ptz/dpa

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