Nach Flugzeugabsturz in Äthiopien Boeing vor US-Gericht verklagt

Nach dem Flugzeugabsturz in Äthiopien wurde der Luftfahrtkonzern Boeing jetzt in den USA verklagt. Boeing habe das Flugsteuerungssystem für das Modell 737 Max 8 fehlerhaft entworfen.
Maschine des Modells 737 Max 8

Maschine des Modells 737 Max 8

Foto: Stephen Brashear / Getty Images / AFP

Der US-Luftfahrtriese Boeing ist nach dem Flugzeugabsturz in Äthiopien von Angehörigen eines Todesopfers verklagt worden. DieKläger fordern Schadensersatz  wegen eines angeblichen Defekts der Unglücksmaschine vom Typ 737 Max 8. Das geht aus der Klageschrift hervor, die beim US-Bundesgericht für den nördlichen Bezirk von Illinois eingereicht wurde.

Demnach klagten die Angehörigen eines ruandischen Staatsbürgers, der bei dem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen war. Die Klage unterstellt Boeing, das automatisierte Flugsteuerungssystem des Modells 737 Max 8 fehlerhaft entworfen zu haben. Eine Stellungnahme von Boeing lag zunächst nicht vor. Der Konzern steht nach dem Absturz, bei dem insgesamt 157 Menschen ums Leben kamen, massiv in der Kritik.

Ende Oktober war bereits ein baugleiches Flugzeug in Indonesien abgestürzt, auch hier folgten etliche Klagen. Laut Unfallermittlern spielte eine umstrittene Steuerungssoftware von Boeing eine entscheidende Rolle beim Absturz in Indonesien. Der Bordcomputer soll die Nase des Jets automatisch immer wieder nach unten gedrückt haben, während die Crew vergeblich versuchte gegenzusteuern. Beim jüngsten Crash in Äthiopien gilt die Software ebenfalls als eine mögliche Ursache. Bei den beiden Abstürzen starben insgesamt 346 Menschen.

mal/dpa/Reuters
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