Boeing B737-500 Passagiermaschine in Indonesien vermutlich ins Meer gestürzt

Eine Maschine der indonesischen Fluglinie Sriwijaya Air ist nach dem Start aus Jakarta vom Radar verschwunden – Trümmerteile im Meer lassen auf ihren Absturz schließen. An Bord befanden sich mehr als 60 Menschen.
Marinetaucher in Jakarta bereiten sich auf eine Such- und Rettungsaktion vor

Marinetaucher in Jakarta bereiten sich auf eine Such- und Rettungsaktion vor

Foto: Ed Wray / Getty Images

Ein Passagierflugzeug der indonesischen Sriwijaya Air ist laut offiziellen Angaben nach dem Abheben aus Jakarta vom Radar verschwunden und vermutlich ins Meer gestürzt. Die Boeing 737-500 war auf dem Weg nach Pontianak auf der Insel Borneo. Um 14.40 Ortszeit (08.40 MEZ) sei der Kontakt zu dem Flugzeug abgebrochen, teilte das indonesische Verkehrsministerium mit. Zuvor verlor die Maschine laut der Flug-Website FlightRadar24  dramatisch an Höhe.

Auf einer Pressekonferenz verkündete der Verkehrsminister Budi Karya Sumadi, dass das Flugzeug 62 Menschen transportierte. Nach Behördenangaben hatten alle die indonesische Staatsangehörigkeit. Sriwijaya Air und Boeing erklärten jeweils, vor Stellungnahmen müssten noch detailliertere Informationen gesammelt werden. Was genau passierte, ist jedoch noch ungewiss. Offiziell wurde ein Absturz bislang nicht bestätigt.

Angehörige der Passagiere des vermissten Flugzeugs warten im Krisenzentrum des Flughafens in Jakarta

Angehörige der Passagiere des vermissten Flugzeugs warten im Krisenzentrum des Flughafens in Jakarta

Foto: Tatan Syuflana / AP

Ein Sprecher der Marine erklärte, man habe die Absturzstelle lokalisieren können. Die Koordinaten seien an alle Marineschiffe in der Region übermittelt worden. Zuvor waren Rettungsteams im Meer vor der Insel Java auf der Suche nach dem Flugzeug und den Insassen. Es seien mehrere Trümmerstücke gefunden worden, die eventuell von dem Flugzeug stammen. »Sie befinden sich bereits zur weiteren Untersuchung auf einem Boot«, sagte der Chef der Such- und Rettungsagentur.

In Indonesien gab es zuletzt im Oktober 2018 ein schweres Flugzeugunglück: Damals wurden 189 Menschen getötet, als eine Lion-Air-Maschine vom Typ Boeing 737 Max kurz nach dem Start ins Meer stürzte. Dieser Absturz, sowie ein weiterer in Äthiopien, führte zu einem weltweiten Flugverbot für die 737 Max und einer Milliardenstrafe für Boeing wegen der Verschleierung von Informationen über das Stabilisierungssystem MCAS gegenüber den Aufsichtsbehörden.

mjm/rts/dpa
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