Verschwundene Boeing Australien verlagert Einsatz in völlig neues Suchgebiet

Haben Flugzeuge und Schiffe bisher am falschen Ort nach dem verschollenen Flugzeug von Malaysia Airlines gesucht? Australien hat die Einsatzkräfte in ein mehr als tausend Kilometer entferntes neues Suchgebiet geschickt - es umfasst mehr als 300.000 Quadratkilometer.

REUTERS/Australian Defence Force

Perth - Die Suche nach Flug MH 370 ist in ein Seegebiet verlagert worden, das 1100 Kilometer nordöstlich des bisherigen Suchareals liegt. Fast drei Wochen nach dem Verschwinden des Passagierflugzeugs haben Experten ihre Annahmen zur Route der Maschine korrigiert. Es gebe eine neue "glaubwürdige Spur", hieß es.

Das neue Suchgebiet liegt damit auch mehr als tausend Kilometer von der Gegend entfernt, in der japanische, thailändische und französische Satelliten in den vergangenen Tagen Treibgut fotografiert hatten. Dass es sich dabei um Wrackteile handelte, wird angesichts der neuen Erkenntnisse unwahrscheinlicher.

Vier Flugzeuge waren laut der australischen Seesicherheitsbehörde Amsa über dem neuen Suchgebiet im Einsatz, sechs Schiffe waren auf dem Weg dorthin - die ersten sollen Sonntagabend eintreffen. Es liegt rund 1850 Kilometer westlich von Perth. Bislang hatten die Einsatzkräfte den südlichen Indischen Ozean rund 2500 Kilometer südwestlich der Stadt abgesucht. Es sei nicht ungewöhnlich, dass es zu derartigen Verschiebungen komme, sagte John Young von Amsa. Er wies Vorwürfe zurück, die bisherige Suche sei Zeitverschwendung gewesen.

Indischer Ozean: Die Suche nach Flug MH 370
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"Die neuen Informationen basieren auf der andauernden Analyse von Radardaten zwischen dem Südchinesischen Meer und der Straße von Malakka, bevor der Radarkontakt zur Maschine abbrach", hieß es in einer Amsa-Mitteilung. "Sie legen nahe, dass die Maschine schneller flog als bislang geschätzt und dass sie dadurch mehr Treibstoff verbrauchte. Das reduziert die Distanz, die sie Richtung Indischer Ozean zurücklegen konnte." Die Datenanalyse wurde von Malaysia bereitgestellt. Unklar ist, warum das fast drei Wochen dauerte.

Suche auf 319.000 Quadratkilometern

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Suche nach Flug MH 370: Alles auf Anfang
Flug MH 370 mit 239 Menschen an Bord war am 8. März vom Radar verschwunden. Die Maschine war auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking. Die malaysische Regierung hatte erklärt, es gebe keinen Zweifel daran, dass die Boeing 777 in den Indischen Ozean gestürzt sei.

Die bisherige Suche wurde durch schlechtes Wetter zusätzlich erschwert und hat keinerlei Hinweise auf den Verbleib des Flugzeugs gebracht. Das neue Suchgebiet vereinfacht den Einsatzkräften die Arbeit. Die Anflugzeiten sind kürzer. Dadurch haben die Besatzungen mehr Zeit für die Suche, weil die Maschinen weniger Treibstoff für den Rückflug benötigen. Das neue Suchgebiet ist mit 319.000 Quadratkilometern etwa so groß wie ganz Deutschland ohne Bayern. Die Wassertiefe in der Gegend liegt zwischen 2000 und 4000 Metern.

Für die Angehörigen der Insassen bedeutet die Verschiebung des Suchgebietes einen weiteren Rückschlag. "Ich kann nichts tun außer zu warten und weiter zu warten", sagte Wang Zhen, dessen Eltern in der Maschine saßen. "Ich bin furchtbar wütend, aber was bringt mir das?"

Die USA schicken ein weiteres Aufklärungsflugzeug nach Australien, um die Suche nach dem seit fast drei Wochen verschollenen malaysischen Passagierflugzeug zu unterstützen. Eine zweite, auf Aufklärung spezialisierte Maschine vom Typ P-8 Poseidon soll an der internationalen Suchaktion teilnehmen, teilte die US-Marine mit. Ein P-3C-Orion-Flugzeug, das im Indischen Ozean nach Hinweisen auf die Boeing mit 239 Menschen an Bord gesucht hatte, soll an seinen Stützpunkt in Japan zurückkehren.

ulz/dpa/AP/AFP

insgesamt 112 Beiträge
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josemarti1898 28.03.2014
1. Experten
werden diese Leute genannt. Na dann sucht mal schön. Vielleicht noch ein drittes Suchgebiet nach ner Weile aufmachen, vielleicht noch näher zur Küste. Dann ist es nicht mehr so weit. In zehn Tagen gibt die Backbox Ruhe und dann ist die Sache endlich durch. Die eigentlichen Fragen stellt sowieso niemand. Wie ich lese sind auch die Entschädigungen schon gezahlt. Rekordverdächtig und nicht nur das!
Dargabriel 28.03.2014
2. 'N Witz
"Das neue Suchgebiet vereinfacht den Einsatzkräften die Arbeit. Die Anflugzeiten sind kürzer. Dadurch haben die Besatzungen mehr Zeit für die Suche, weil die Maschinen weniger Treibstoff für den Rückflug benötigen." Muss da noch jemand an den Witz von dem Mann denken, der unter einer Straßenlampe etwas sucht, was er woanders verloren hat, weil dort das Licht besser ist? Aber im Endeffekt, sind wir genauso schlau wir vor'n paar Tagen als man sich sicher war das Teil gefunden zu haben. Scheint ja nu' nich' der Fall zu sein.
prophet88 28.03.2014
3. Kein Absturz
Nachdem das Seegebiet für die Suche nach schon vorheriger Ausweitung jetzt woanders hin verlegt wird, sagt schon viel aus über die Genauigkeit der von Immarsat ermittelten Daten. Man kommt in einigen Tagen vielleicht wieder zu einem ganz anderen Schluss und sucht dann wieder woanders. Es könnte aber auch ganz anders sein. Der Flieger ist nicht abgestürzt, sondern gelandet in Somalia oder Diego Garcia. Das würde natürlich zumindest jetzt noch nicht an die Öffentlichkeit kommen, wenn überhaupt!
RudiLeuchtenbrink 28.03.2014
4. kaum zu glauben,
http://www.spiegel.de/panorama/boeing-flug-mh370-australien-verlagert-suche-in-neues-gebiet-a-961214.html[/QUOTE] im Satelitenzeitalter kann ein so großes Flugobjekt einfach verschwinden.
stefan.hemmer 28.03.2014
5. Wrackteile?
Gefühlt ein Dutzend Mal hat SPON inzwischen über Sichtungen angeblicher Wrackteile berichtet, und bisher ist noch jede dieser Meldungen irgendwie im Nirvana verpufft. Wird noch nach den gesichteten Wrackteilen gesucht? Keine Infos, nirgends. Zur Verbreitung bloßer Gerüchte per "Liveticker" brauche ich SPON nun wirklich nicht, das können Twitter oder FB besser.
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