Bombenalarm in Düsseldorf Ermittler sehen Hinweis auf Terrormotiv

Nach den Bombendrohungen und der Sperrung des Düsseldorfer Flughafens am Sonntag läuft der Flugbetrieb wieder reibungslos. Die fieberhafte Suche nach dem Täter hat derweil begonnen - die Staatsanwaltschaft spricht von "ersten Erkenntnissen".


Nachsicht üben: Vom Chaos betroffene Passagiere am Düsseldorfer Flughafen
DPA

Nachsicht üben: Vom Chaos betroffene Passagiere am Düsseldorfer Flughafen

Düsseldorf - "Es spricht mehr für ein politisches Motiv als für eine Erpressung", sagte Johannes Mocken, Sprecher der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft am Montag. Deshalb habe der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen. Die Düsseldorfer Polizei teilte mit, dass es derzeit einige Ermittlungsansätze gebe - Einzelheiten wurden aber nicht genannt.

Nach Angaben des Flughafens waren am Sonntag telefonisch mehrere Bombendrohungen eingegangen und mitgeschnitten worden. Der Bundesgrenzschutz (BGS) hatte die Drohungen als "ernst zu nehmend" eingeschätzt und den Flughafen für sieben Stunden gesperrt sowie sämtliche Gebäude evakuiert. Mehr als ein Drittel der Starts und Landungen mussten ausfallen. 180 Spezialisten des BGS mit Sprengstoffspürhunden hatten jedoch keine verdächtigen Gegenstände entdeckt.

Bei dieser Gefahrenlage sei es nicht verantwortlich gewesen, den Flugbetrieb aufrechtzuerhalten, sagte Bundesverkehrminister Manfred Stolpe (SPD). Auch Innenminister Otto Schily (SPD) forderte die betroffenen Passagiere zu Nachsicht auf. Die Sperrung sei eine "schwierige Entscheidung" gewesen, die im Ministerium noch mal durchgegangen werden müsse, um auch für mögliche künftige Fälle zu prüfen, ob die richtigen Entscheidungen getroffen worden seien.

Mit Schadenersatz können die Fluggäste indes nicht rechnen. Der Reiseveranstalter müsse nicht zahlen, da er nicht für den Schaden verantwortlich sei, sagte Rechtanwältin Beate Wagner von der Verbraucherzentrale NRW. Nur wer auf einen abweichenden Flughafen gelandet sei, habe möglicherweise Anspruch auf Aufwendungsersatz für zusätzliche Transferkosten. Die Rechtsprechung hierzu sei aber nicht eindeutig. In solchen Fällen sollen sich Reisende an die Verbraucherzentrale wenden.



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