Bombendrohung Terroralarm für New Yorker U-Bahn-Netz

Nach einem Hinweis auf geplante Bombenanschläge sind in der New Yorker U-Bahn die Sicherheitsvorkehrungen erheblich verschärft worden. Während Bürgermeister und FBI die Terrorwarnung ernst nehmen, zweifelt der US-Heimatschutz an der Glaubwürdigkeit der Informationen.

New York - Die Warnung sei der Bundespolizei FBI zugespielt worden und werde wegen ihrer genauen Angaben als glaubwürdig eingeschätzt, sagte New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg gestern Abend (Ortszeit) vor Journalisten. Der Hinweis kam seinen Angaben zufolge "aus Übersee" und war "der erste von so großer Genauigkeit".

Ein Sprecher des Ministeriums für Heimatschutz in Washington erklärte hingegen, die Informationen seien von "zweifelhafter Glaubwürdigkeit". Auch der demokratische Senator von New York, Charles Schumer, sagte, die Drohung sei nicht bestätigt und besitze nicht die höchste Glaubwürdigkeit. Dennoch könne man nicht vorsichtig genug sein.

Die Polizei habe die Sicherheitsmaßnahmen verschärft, wolle aber vorerst die zweithöchste Terroralarmstufe Orange beibehalten, sagte Bürgermeister Bloomberg. Die Warnung des FBI liege schon einige Tage zurück, sei aber "aus betrieblichen Gründen" erst jetzt mitgeteilt worden.

Aus Sicherheitskreisen verlautete, die Bedrohung sei "konkret in punkto Ort, Zeit und Methode". Der US-Fernsehsender ABC berichtete, es gebe Informationen, wonach 19 Terroristen planten, Bomben im U-Bahn-Netz zu verstecken. Der Nachrichtensender CNN stellte unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten hohen US-Offizier Verbindungen zu einer streng geheimen Operation im Irak gegen das Terrornetzwerk al-Qaida her. Einer der dabei Festgenommen habe dem FBI den Hinweis gegeben, hieß es.

Der New Yorker Polizeichef Raymond Kelly forderte die Bewohner der Millionenmetropole zu erhöhter Wachsamkeit auf. Verdächtige Personen und Handlungen sollten der Polizei gemeldet werden. Die Sicherheitskräfte wollten in einem Großeinsatz besonders Einkaufsbeutel, Aktentaschen, Kinderwagen und Gepäckstücke von U-Bahn-Fahrgästen durchsuchen. Jeder dritte Fahrgast soll überprüft werden.

Bloomberg betonte: "Wir haben alles getan, um diese Stadt zu schützen, und wir werden dies auch weiterhin tun." Die Polizeipräsenz werde erhöht, weder Kosten noch Mühen würden gescheut. Er rief die Bewohner zur Ruhe auf. Jeder solle sein Leben wie gewohnt fortsetzen und "auf eigene Gefahr" das U-Bahn-Netz benutzen, empfahl der Bürgermeister der Bevölkerung. Er selbst werde mit der U-Bahn nach Hause fahren. Dem Hinweis zufolge war "nichts für die nächsten Tage geplant". Festnahmen habe es noch keine gegeben.

Der New Yorker Nahverkehr befördert durchschnittlich 4,5 Millionen Fahrgäste an einem normalen Werktag. Das U-Bahn-Netz umfasst rund 470 Stationen.

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