"Bounty"-Insel Meuterer-Nachkomme gesteht Vergewaltigung

In dem spektakulären Missbrauchsprozess auf der Südseeinsel Pitcairn hat es ein erstes Geständnis gegeben. Dennis Christian, Postmeister der Insel und Nachfahre des legendären Meuterers Fletcher Christain, bekannte sich schuldig, eine junge Inselbewohnerin sexuell angegriffen zu haben.


Pazifikinsel Pitcairn: "Bedeutsame Entwicklung" im Vergewaltigungsprozess
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Pazifikinsel Pitcairn: "Bedeutsame Entwicklung" im Vergewaltigungsprozess

Auckland - Der 49-jährige Dennis Christian wurde nach seinem Geständnis in Gewahrsam genommen. Den Gerichtssaal verließ er unter Bewachung von Brenda Christian, seiner Cousine, die zugleich auch als Polizeibeamtin auf der Insel Dienst tut. Christians Strafmaß soll erst am Ende des Gerichtsprozesses verkündet werden.

Chef-Ankläger Simon Moore sagte, er freue sich, dass den neun weiblichen Opfern die Zeugenaussage erspart geblieben sei. Der leitende Untersuchungsbeamte Rob Vinson betonte, Christians Geständnis sei eine Erleichterung für die Frauen und stelle eine "bedeutsame Entwicklung" in dem Prozess da.

Bislang hatten sich die Angeklagten auf den Standpunkt gestellt, dass sie als Nachfahren der Bounty-Meuterer nicht dem britischen Recht unterstehen. Der ihnen angelastete Sex mit Minderjährigen sei daher nicht strafbar. Auf der 1790 von ihren Vorfahren besetzten Insel würden andere kulturelle Werte und Traditionen gelten. Nach Zeugenaussagen hätten einige der Männer auch kleine Kinder vergewaltigt und Mädchen wie Sexspielzeug behandelt.

In dem Missbrauchsprozess sind neben Dennis Christian sechs weitere Männer von Pitcairn angeklagt. Ihnen soll im kommenden Jahr der Prozess gemacht werden. Die Anklage wirft ihnen sexuelle Übergriffe in 41 Fällen vor.



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