Branchenwechsel Spanischer Pleitier verlegt sich auf Bankraub

Die Wirtschaftskrise trieb ihn in den Bankrott: Weil seine Kunden nicht mehr zahlten, holte sich ein spanischer Bauunternehmer das Geld woanders - bei den Banken. Bei vier Überfällen erbeutete er 80.000 Euro. Beim fünften Anlauf schnappte ihn die Polizei.


Barcelona - Der 52-jährige Pleitier trieb in den nordspanischen Provinzen Lérida und Huesca sein Unwesen, in seiner katalanischen Heimat. Vier Mal entkam er unerkannt. Erst beim fünften Überfall wurde er von der Polizei festgenommen.

Er habe das erbeutete Geld dazu verwendet, Schulden zu begleichen, sagte der Ex-Unternehmer nach Presseberichten vom Sonntag der Polizei. Aufgrund der Krise habe er keinen anderen Ausweg gesehen, als Banken zu überfallen.

Sein bis vor wenigen Monaten erfolgreiches Unternehmen hatte er schließen müssen, weil die Auftraggeber ihre Zahlungen schuldig blieben und die Banken keine Kredite gewährten. Der Bausektor in Spanien steckt derzeit in einer weitreichenden Krise.

Bei den Banküberfällen ließ er sich von einer Fernsehserie über "El Solitario" inspirieren, der bis zu seiner Festnahme vor knapp zwei Jahren Spaniens meistgesuchter Bankräuber war. Der 52-Jährige überfiel ebenso wie sein Vorbild abgelegene Bankfilialen und hinterließ keine Spuren. "El Solitario", zu deutsch "der Einsame", soll in fünf Jahren 35 Banken überfallen und 600.000 Euro erbeutet haben.

otr/dpa/AFP



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