Mindestens zehn weitere Vermisste Erstes Todesopfer nach Brand auf Mittelmeerfähre geborgen

Die Einsatzkräfte hatten am Vormittag einen Vermissten von der »Euroferry Olympia« retten können. Nun gibt es den ersten bestätigten Todesfall. Berichte über mangelhafte Bedingungen an Bord werden lauter.
Ein griechischer Helikopter über der »Euroferry Olympia«

Ein griechischer Helikopter über der »Euroferry Olympia«

Foto: STAFF / REUTERS

Nach mehr als zwei Tagen auf der brennenden Mittelmeerfähre »Euroferry Olympia« ist ein vermisster Passagier tot geborgen worden. Der 58-jährige Grieche ist das erste bestätigte Todesopfer des Unglücks vor der Insel Korfu. Ein anderer Lkw-Fahrer konnte gerettet werden. Wie die griechische Küstenwache am Sonntag mitteilte, wurde der Lkw-Fahrer unverletzt im Bereich des Fährenhecks entdeckt. Die Küstenwache ging am Sonntagabend noch von mindestens zehn Vermissten aus.

Nach Informationen der Küstenwache handelt es sich bei den Vermissten um sieben Lkw-Fahrer aus Bulgarien, zwei aus Griechenland und einen aus der Türkei.

Das Feuer auf der Fähre war in der Nacht zu Freitag ausgebrochen, als sich das Schiff gerade vor der Küste der griechischen Ferieninsel Korfu befand. An Bord der Autofähre befanden sich fast 300 Menschen, offiziell waren es 239 Passagiere und 51 Besatzungsmitglieder.

Die Brandursache war weiter unklar, laut Schiffsminister Giannis Plakiotakis wurde eine Untersuchung dazu eingeleitet. Nach übereinstimmenden Einschätzungen war das Feuer möglicherweise von einem auf der Fähre abgestellten Lastwagen ausgegangen.

Laut ERT wurden der Kapitän und zwei Schiffstechniker der Staatsanwaltschaft vorgeführt. Laut Reederei hatte es auf der 1995 gebauten »Euroferry Olympia« zuletzt am 16. Februar in Igoumenitsa einen Kontrollbesuch gegeben.

Berichte über mangelhafte Zustände auf der Fähre

Die Zeitung »Kathimerini« berichtete, die griechische Gewerkschaft der Lkw-Fahrer habe bereits 2017 vor dem mangelhaften Zustand der »Euroferry Olympia« und der »Euroferry Egnazia« gewarnt, die beide der Reederei Grimaldi gehören. In einem Brief an das griechische Schifffahrtsministerium klagte die Gewerkschaft demnach, dass die Belüftungsanlage in den Parkdecks nicht funktioniere und es nicht genügend Kabinen für die Zahl der Passagiere gebe.

Mehrere von der »Euroferry Olympia« gerettete Lkw-Fahrer berichteten, einige von ihnen hätten lieber in ihren Fahrzeugen übernachtet, weil die Schiffskabinen so voll gewesen seien.

Der Sohn eines vermissten griechischen Lkw-Fahrers sagte dem Nachrichtenportal »Proto Thema«, die Zustände auf der »Euroferry Olympia« seien »in jeder Hinsicht mies« gewesen. »Es gab Bettwanzen, es war schmutzig, es gab keine Sicherheitssysteme.«

tfb/dpa
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