Brand im Chemiepark Dormagen Riesige Rußwolke - über 200 Feuerwehrleute im Einsatz

Die Flammen loderten haushoch, Gebäude wurden evakuiert, Anwohner mussten Türen und Fenster geschlossen halten: Nach einem Brand im Chemiepark Dormagen herrschte in der Region der Ausnahmezustand. Eine riesige Rauchwolke zog Richtung Köln - bis in die Nacht gab es keine Entwarnung.


Dormagen - Es war spät in der Nacht - und die Feuerwehr hatte die Lage immer noch nicht im Griff: Eine geplatzte Leitung mit dem hochentzündlichen Gas Ethylen hatte bei Köln einen Großbrand mit haushohen Flammen ausgelöst. Es entstand eine riesige Rauchwolke, die Richtung Köln zog.

Am Nachmittag hatten sich dramatische Szenen im Chemiepark Dormagen abgespielt: Aus einer undichten Stelle trat gegen 14.30 Uhr hochentzündliches Ethylen aus, die 15 Meter hohe Stichflamme setzte einen Tank mit giftigem Acrylnitril in Brand.

Wegen der enormen Flammen und der starken Rauchentwicklung sei die Feuerwehr in großer Stärke im Einsatz gewesen, sagte ein Sprecher. Über 200 Feuerwehrleute bemühten sich zeitweise, die zum Teil haushoch lodernden Flammen unter Kontrolle zu bekommen.

Menschen wurden offenbar nicht verletzt, angrenzende Gebäude wurden jedoch vorsorglich evakuiert. Zwei Anwohner mit Augenreizungen seien lediglich vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht worden, sagte Patrick Griefers, Sprecher des betroffenen Ineos-Chemiewerks. Einige geschockte Mitarbeiter hätten sich in psychologische Behandlung begeben.

Giftig ist das zur Kunststoff-Herstellung verwendete Ethylen-Gas angeblich nicht. Anwohner wurden jedoch aufgefordert, aufgrund der starken Rauchentwicklung Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Aus Sicherheitsgründen stoppte die Bahn den Zugverkehr auf der Strecke zwischen Köln-Worringen und Dormagen. Auch die angrenzende Autobahn A57 musste wegen starker Sichtbehinderung zwischen dem Kreuz Köln-Nord und Kreuz Neuss-Süd gesperrt werden, die S-Bahnen zwischen Neuss und Köln mussten den Verkehr vorübergehend einstellen.

Erst vor wenigen Wochen war es im gleichen Werk in Dormagen zu einer Explosion mit einem anschließendem Brand gekommen.

flo/pad/AP/dpa



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