Umweltminister zu Fischsterben in der Oder »Die akute Krisenlage ist vorbei«

Die Lage an der Oder entspannt sich: Seit mehreren Tagen seien keine toten Fische mehr gefunden worden, sagt Brandenburgs Umweltminister Vogel. Die genaue Ursache sei jedoch noch immer nicht geklärt.
Mit einer schwimmenden Barriere versuchte die Feuerwehr, tote Fischer in der Oder zu fangen (Aufnahme vom 16. August)

Mit einer schwimmenden Barriere versuchte die Feuerwehr, tote Fischer in der Oder zu fangen (Aufnahme vom 16. August)

Foto: Marcin Bielecki / EPA

Im Fall des Fischsterbens in der Oder gibt es vorsichtige Entwarnung: »Die akute Krisenlage ist vorbei«, sagte Umweltminister Axel Vogel (Grüne) im Umweltausschuss des Brandenburger Landtags in Potsdam. Die Werte für Sauerstoff und Chlorophyll seien rückläufig und entwickelten sich in Richtung der Normwerte. »Wir haben auch jetzt seit einigen Tagen keine toten Fische mehr zu verzeichnen.«

Auch Daphnien – kleine Wasserkrebse, die zur Kontrolle eingesetzt wurden – sterben laut Vogel nicht mehr. Das sei auch ein Indikator für Entspannung an vielen Stellen. Die genaue Ursache sei aber noch immer nicht abschließend geklärt.

Seit Anfang August war aus dem deutsch-polnischen Grenzfluss tonnenweise toter Fisch geborgen worden. Hunderte chemische Substanzen können nach Angaben von Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) als Mitverursacher der Umweltkatastrophe infrage kommen.

Experten gehen davon aus, dass ein hoher Salzgehalt im Fluss ein wesentlicher Grund ist, verbunden mit Niedrigwasser, hohen Temperaturen und einer giftigen Algenart . Bis Ende September soll ein Abschlussbericht einer Expertengruppe über die Ursachen vorliegen.

Auch wenn sich die Lage entspannt, rechnen Experten mit langfristigen Auswirkungen der Umweltkatastrophe. Der Biologe Jörn Geßner sagte dem SPIEGEL kürzlich : »Es sind viele, auch große Fische gestorben, zudem Schnecken und Muscheln. Die Auswirkungen des Vorfalls werden noch eine ganze Zeit zu beobachten sein.«

bbr/dpa
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