A12 in Brandenburg Schleuser-Lastwagen mit mehr als fünfzig Menschen gestoppt

51 Personen auf der Ladefläche, darunter viele Kinder: Die Polizei hat in Brandenburg einen Schleuser-Lastwagen gestoppt, spricht von einem "erschütternden Bild". Die Menschen stammen offenbar aus dem Irak.

Schleuser-Lkw in Brandenburg
DPA

Schleuser-Lkw in Brandenburg


Die Bundespolizei hat auf der Autobahn 12 in Brandenburg nahe der Grenze zu Polen einen Lastwagen mit 51 Menschen auf der Ladefläche gestoppt. Darunter befanden sich augenscheinlich auch 17 Kinder, wie ein Sprecher der Bundespolizeidirektion Berlin der Nachrichtenagentur dpa sagte. Die Menschen stammen eigenen Angaben zufolge aus dem Irak.

Laut Bundespolizei wurde mindestens einer der Geschleusten Anfang September in Rumänien als Flüchtling registriert. Bei den 20 Männern, 14 Frauen sowie zehn Jungen und sieben Mädchen handele es sich nach ersten Erkenntnissen um verschiedene Familien. Der Sprecher sagte, bei der Kontrolle habe sich ein "erschütterndes Bild" ergeben. Die Menschen saßen und standen demnach auf der Ladefläche. Bei einem der Flüchtlinge habe es Hinweise auf eine Dehydrierung gegeben.

Die Beamten stoppten den 46 Jahre alten Fahrer des Lastwagens in der Nacht zu Samstag gegen zwei Uhr in Ostbrandenburg an der Autobahn-Anschlussstelle Müllrose Richtung Berlin. Wegen des Verdachts der Einschleusung von Ausländern nahmen sie ihn vorläufig fest. Der Fahrer stamme aus der Türkei, auch der Lastwagen sei dort zugelassen, sagte der Sprecher weiter.

Fahrer äußert sich bei Vernehmung nicht

Der Lkw-Fahrer wurde vernommen. Der Sprecher sagte, dass er sich zu dem Vorfall aber bislang nicht geäußert habe. Es sei weiter geplant, den Mann einem Haftrichter vorzuführen.

Die eingeschleusten Menschen werden dem Sprecher zufolge derzeit in einem Zelt auf einer Liegenschaft der Bundespolizei in Frankfurt (Oder) betreut. Wie lange der Lastwagen schon unterwegs war, war zunächst unklar. Wegen der Nähe zu Polen sei es naheliegend, dass er von dort nach Deutschland kam, sagte der Sprecher.

Bei ihrer Betreuung holte sich die Bundespolizei Unterstützung bei der Feuerwehr und dem Technischen Hilfswerk, wie es weiter hieß. Die Menschen wurden medizinisch untersucht und mit Essen und Trinken versorgt.

Gegen die Erwachsenen ermittelt die Bundespolizei wegen des Verdachts der unerlaubten Einreise. Sie prüft zudem, ob es Verbindungen oder Parallelen zu ähnlichen Fällen an der deutsch-polnischen Grenze gibt. Zuletzt hatte die Bundespolizei im sächsischen Bad Muskau 40 offensichtlich eingeschleuste Iraker in Gewahrsam genommen. Einige von ihnen erklärten laut Polizei, dass sie mit einem Lastwagen von der Türkei nach Polen gebracht worden seien. Die Schleuser hätten sich abgesetzt und sie seien dann zu Fuß nach Deutschland gegangen.

anr/dpa



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