Brasilien Kopulation auf der Bühne

Die übermächtige Sexualisierung der brasilianischen Gesellschaft hat zu einer dramatischen Zunahme der Schwangerschaften bei Kindern und Jugendlichen geführt. Sieben Prozent aller Brasilianerinnen bekommen ihr erstes Kind im Alter von 15 bis 17 Jahren.


In Rio sind über 800 Mädchen zwischen 10 und 14 Jahren schwanger, doppelt so viele wie 1993. Die meisten Kindmütter stammen aus armen Verhältnissen und ziehen ihre Babys mit Hilfe ihrer Mutter auf. Experten machen die frühe Einführung in die Sexualität und einen Mangel an Lebensperspektiven für die Schwangerschaften der Minderjährigen verantwortlich.

Viele Mädchen haben ihre ersten sexuellen Erfahrungen im Alter von zehn oder elf Jahren. Den Mangel an anderen Freizeitmöglichkeiten kompensieren Jugendliche in den Favelas mit Sex. Bei den populären "Funk-Feten" in Rios Vorstadtdiscos imitieren jedes Wochenende Zehntausende Jugendliche die Kopulation auf offener Bühne. Die staatliche Gesundheitsbehörde geht davon aus, dass die meisten jugendlichen Mütter nicht verhüten, weil sie glauben, dass sie "nichts zu verlieren" hätten.



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