Möglicher Dammbruch Prüfer warnt vor erneuter Minenkatastrophe in Brasilien

Brasiliens Zivilschutz warnt vor dem nächsten Unglück: Wieder droht ein Damm zu bersten - wieder geht es um eine Anlage des Bergbaukonzerns Vale. Die Evakuierungen haben begonnen.

Unglücksort Brumadinho (Archiv)
REUTERS

Unglücksort Brumadinho (Archiv)


Zwei Monate nach dem verheerenden Dammbruch an einer Eisenerzmine im Südosten Brasiliens mit mehr als 200 Toten könnte in der Gegend erneut ein Damm bersten. Ein unabhängiger Prüfer habe herausgefunden, dass die Stabilität des Sul Superior Damms an der Gongo Soco Mine kritisch sei, teilte der Bergbaukonzern Vale mit. Das Anheben auf die höchste Risikostufe drei habe bereits zu Evakuierungen geführt. Die Stufe bedeute, dass die "drohende Gefahr" eines Dammbruchs bestehe, sagte Flavio Godinho vom Zivilschutz dem Sender Globo.

Die Eisenerzmine Córrego do Feijao im südöstlichen Bundesstaat Minas Gerais wurde ebenfalls von Vale betrieben. Am 25. Januar hatte der Dammbruch hier eine Schlammlawine freigesetzt, die über Teile von Brumadinho und angrenzende Siedlungen hinwegrollte. Die mit Schwermetallen durchsetzte flüssige Masse gelangte auch in den angrenzenden Fluss Paraopeba und kontaminierte ihn. Bisher wurden 203 Leichen geborgen, wie der Zivilschutz von Minas Gerais auf seiner Webseite schreibt. 105 Menschen gelten nach wie vor als vermisst.

Auch bei einem verheerenden Unglück im Jahr 2015 hatte Vale eine Rolle gespielt: Der Konzern war mit 50 Prozent an einem Bergbauunternehmen beteiligt, beim dem die Dämme eines Rückhaltebeckens brachen. 19 Menschen wurden damals getötet.

beb/dpa



insgesamt 4 Beiträge
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Markus Landgraf 24.03.2019
1. Nachher weiss man es immer besser
Die Warnung hätte *vor* der Katastrophe kommen müssen - nicht *nachher*.
dunnhaupt 24.03.2019
2. Baute Thyssen-Krupp den Damm?
Vale übernahm die Firma nach dem Bankrott des brasilianischen Ablegers von Thyssen-Krupp. So erklärt sich wohl auch, dass eine deutsche Firma noch die Dammprüfung erledigte.
bhodenwald 24.03.2019
3. Dunnhaupt
Die ursprünglich zu KRUPP (später ThyssenKrupp) gehörende Firma FERTECO in Brasilien baute diesen Damm und die dazugehörige Pelletanlage gleichen Namens ! Es war kein Bankrott sondern eine firmenpolitische Entscheidung FERTECO an VALE zu verkaufen !
4711_please 24.03.2019
4. Was für ein Desaster
Jetzt wird um den einen Damm herum evakuiert, doch Brasilien hat so weit ich weiß etwa 400 solcher Minendämme. Mal abgesehen von den ganzen Giftschlamm-Umweltkatatrophen, wie geht es denn den Leuten, die da leben? Das ganze Land verseuchen, etliche Leben zu Opfern, aber sich als Oberpatrioten zelebrieren lassen, wie pervers und verblendet ist das denn?
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