Waldbrände im Amazonasgebiet Militäreinsatz gegen die Flammen läuft

In Brasilien kämpfen nun Soldaten gegen die Waldbrände im Amazonasgebiet. Das Militär soll auch Brandstifter verfolgen.

Schwerste Brände seit Jahren: Rauch steigt aus einem Wald in der Nähe des brasilianischen Porto Velho auf
Victor R. Caivano/DPA

Schwerste Brände seit Jahren: Rauch steigt aus einem Wald in der Nähe des brasilianischen Porto Velho auf


Angesichts der verheerenden Waldbrände im Amazonasgebiet setzt die brasilianische Regierung nun Soldaten bei den Löscharbeiten und der Verfolgung von Brandstiftern ein. Der Militäreinsatz begann am Samstag im Bundesstaat Rondônia, wie Verteidigungsminister Fernando Azevedo e Silva mitteilte. Insgesamt stünden in der Region 44.000 Soldaten zur Verfügung.

Bislang haben vier Bundesstaaten die Unterstützung der Streitkräfte angefordert. Präsident Jair Bolsonaro hatte den Einsatz des Militärs zuvor per Dekret erlaubt.

Die Gouverneure der Bundesstaaten im Amazonasgebiet forderten unterdessen mehr Unterstützung der Regierung in Brasília und baten um ein Dringlichkeitstreffen mit Bolsonaro. Die Bundesregierung und die Regionen sollten enger zusammenarbeiten, um die Feuer zu löschen und die Brandstifter zu verfolgen, hieß es in einem Brief an den Staatschef.

In Brasilien wüten derzeit die schwersten Waldbrände seit Jahren. Seit Januar nahmen die Feuer und Brandrodungen im größten Land Südamerikas im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 83 Prozent zu. Insgesamt wurden über 72.000 Brände registriert. In den meisten Fällen waren Flächen in Privatbesitz betroffen, aber auch in Naturschutzgebieten und Ländereien der indigenen Bevölkerung brechen immer wieder Feuer aus.

kev/dpa



insgesamt 16 Beiträge
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hausfeen 24.08.2019
1. Angesichts der international zu erwartenden Sanktionen eine ...
... erklärbare Trendwende. Nur, ist die echt? Oder nur etwas Feenstaub? Ich wäre für ein NGO-Gütesiegel für Produkte aus Brasilien, die nicht auf gerodetem Regenwald entstehen.
freidenker! 24.08.2019
2. Löschkapazität
Wieviele Löschflugzeuge und Löschhubschrauber stehen dem brasilisanischen Militär im unwegsamen Tropenwald zur Verfügung? Ist die Zahl ausreichend um 72.000 Brände zu löschen? Sollte man dem brasilianischen Präsidenten nicht das Angebot unterbreiten, eine internationale Staffel von Löschflugzeugen für die Bekämpfung der Waldbrände zu nutzen? Das würde die Löschkapazität ungemein erhöhen, und die Brasilianer wissen, dass sie nicht allein sind.
Pixopax 24.08.2019
3. An die eigene Nase fassen
Deutschland war früher fast vollständig bewaldet, unsere Vorfahren haben den Wald gerodet um Ackerland zu gewinnen. Wir sollten daher etwas vorsichtig mit Kritik sein.
zeroo_ 24.08.2019
4. neue technische Möglichkeiten nutzen um Regenwald zu retten
Es ist Schlimm, dass der Regenwald derzeit in diesem Ausmasse brennt. Nur beimLöschen helfen wird nichts nützen, vielmehr muss auch Europa seinen Teil beitragen. Die Zerstörung des Regenwaldes ist nicht neu, sondern ein seit Jahrzehnen laufender Prozess. Tropenhölzer zu verwenden ist deswegen schon seit einiger Zeit ein Nogo. An der Landgewinnung für den Sojaanbau ist auch gerade Europa schuld, weil soviel Soja an Tiere verfüttert wird. Gerade in Deutschland wird viel Fleisch produziert und man hat hier Möglichkeiten zur Änderung. Statt Soja können auch Mehlwürmer verfüttert werden. Vor allem brauchen Mehlwürmer überhaupt keinen Platz und werden einfach übereinander gestapelt. Der landwirtschaftliche Flächenverbrauch ist also völliger Unsinn und gehört sofort eingedämmt. Wenn statt Soja Mehlwürmer, die in den Niederlanden schon in Fabriken produziert werden, verwendet werden, könnte auf den Flächen wieder Wald entstehen und so etwas für das Klima getan werden. Soja als Futter anzubauen ist also eine total veralterte Technik. Längst bieten sich mit der Produktion von Mehlwürmen ganze andere wunderbare technische Möglichkeiten, die jetzt genutzt werden müssen. So kann das Klima verbessert werden. Auch der Rindfleischkonsum muss gesenkt werden, denn die Kuh stösst Methan aus, was ein Problem für das Klima ist. Noch mehr Rindfleisch, dass dann noch aus einem abgebrannten Regenwald kommt braucht also keiner.
horteo 24.08.2019
5. Image
Nachdem Bolsonaro wochenlang nur zusah, hat er nun der Agrarlobby genug Land verschafft um diese zufrieden zu stellen. Daher schickt er jetzt das Militär um die Brände zu löschen um sich auch noch von den besorgten Bürgern feiern lassen zu können und als Macher zu instrumentalisieren. Das ganze ist war von Anfang an eine abgesprochene Sache. Ich würde mich nicht wundern wenn in Phase 3 des Plans jetzt noch ein paar ungeliebte Naturschützer wegen angeblicher Brandstiftung verhaftet werden
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