Waldbrände am Amazonas Bolsonaro schickt Armee zur Bekämpfung der Flammen

Es sind die schwersten Waldbrände seit Jahren, der Druck auf Bolsonaro steigt: Der brasilianische Präsident hat weitere Maßnahmen gegen die Brände am Amazonas angekündigt. Soldaten werden in die brennenden Gebiete entsandt.

Brasilien, Sao Gabriel da Cachoeira: Rauch steigt aus dem Wald in einer Region des Amazonas nahe der kolumbianischen Grenze
Chico Batata/DPA

Brasilien, Sao Gabriel da Cachoeira: Rauch steigt aus dem Wald in einer Region des Amazonas nahe der kolumbianischen Grenze


Brasiliens Staatschef Jair Bolsonaro hat die Entsendung von Soldaten zum Kampf gegen die verheerenden Waldbrände im Amazonasgebiet angeordnet. Er erließ am Freitag ein Dekret, das den Einsatz von Truppen zur Verhinderung und Bestrafung von "Umweltdelikten" und zum Kampf gegen die Flammen regelt.

In Brasilien wüten derzeit die schwersten Waldbrände seit Jahren. Seit Januar nahmen die Feuer und Brandrodungen im größten Land Südamerikas im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 83 Prozent zu, wie die Zeitung "Folha de S. Paulo" berichtete.

In den meisten Fällen waren Flächen in Privatbesitz betroffen, aber auch in Naturschutzgebieten brechen immer wieder Feuer aus. Die Brände im Amazonas-Regenwald lösten weltweit Sorgen und wachsende Empörung über die Haltung der brasilianischen Regierung aus. Bolsonaro machte wiederholt Umweltschutzgruppen für die Feuer verantwortlich (lesen Sie hier mehr über Bolsonaros Umgang mit den Bränden). Seit seinem Amtsantritt wird immer mehr Regenwald abgeholzt.

Brasiliens Präsident unterzeichnete zudem eine Anordnung, die alle Minister dazu auffordert, die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um Brände im Amazonasgebiet zu überwachen und zu bekämpfen. Ziel sei die "Verteidigung des Regenwaldes im Amazonasgebiet, unseres nationalen Erbes", hieß es. Zudem wurden zusätzliche Feuerwehrleute in die betroffenen Bundesstaaten verlegt.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kündigte an, die Amazonas-Brände beim G7-Gipfel im südfranzösischen Biarritz zum Thema zu machen, auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) unterstützt dies. Es liefen bereits Beratungen zwischen den G7-Staaten, um bei dem Gipfeltreffen "konkrete Initiativen" zu verkünden, verlautete am Freitag aus dem Élysée-Palast. Die Brände lösten erhebliche diplomatische Spannungen zwischen Brasilien und Frankreich aus.

jpz/AFP/dpa



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