Nach Räumung Entwarnung am Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz

Die Evakuierung des Weihnachtsmarktes beruhte auf einer Verwechslung: Die Polizei glaubte, dass ein wegen verdächtigen Verhaltens kontrollierter Mann per Haftbefehl gesucht werde. Das stellte sich als falsch heraus.
250 Beamte waren am Breitscheidplatz im Einsatz.

250 Beamte waren am Breitscheidplatz im Einsatz.

Foto: Gregor Fischer/dpa

Fehlalarm auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin. Nachdem der Markt am Abend geräumt worden war, fand die Polizei weder auf dem Weihnachtsmarkt noch in der benachbarten Gedächtniskirche einen gefährlichen Gegenstand, wie ein Sprecher am Samstagabend sagte.

Anlass für die mehrstündige Suchaktion waren zwei Männer, die sich "verdächtig" verhalten hätten und deshalb Einsatzkräften aufgefallen waren, wie eine Polizeisprecherin dem SPIEGEL sagte. Sie konnte keine näheren Angaben dazu machen, worin das verdächtige Verhalten der Männer bestand.

Bei der anschließenden Kontrolle der beiden Männer, die nach Angaben der Polizeisprecherin kurzzeitig versucht hatten, zu fliehen, sei der Verdacht aufgekommen, dass einer der beiden per Haftbefehl gesucht werde. Daraufhin hätte sich die Polizei zur Räumung des Geländes entschieden, weil nicht ausgeschlossen werden konnte, dass sich ein gefährlicher Gegenstand auf dem Markt oder in der Gedächtniskirche befindet, so die Sprecherin.

Eine genauere Überprüfung der Identität der beiden in Gewahrsam genommenen Männer habe jedoch ergeben, dass doch keiner von ihnen per Haftbefehl gesucht werde. Es habe sich um eine Verwechslung aufgrund von Namensgleichheit gehandelt, sagte die Polizeisprecherin dem SPIEGEL.

Auch die Suche nach gefährlichen Gegenständen sei ergebnislos beendet worden. Daraufhin meldete die Polizei Entwarnung, auch kurzzeitig eingerichtete Straßensperrungen wurden wieder aufgehoben. Aufgrund der fortgeschrittenen Tageszeit werde der Weihnachtsmarkt am Abend nicht mehr geöffnet, sondern erst am Sonntagmorgen, so die Sprecherin.

In Anbetracht des Ortes, an dem es vor drei Jahren einen Terroranschlag mit zwölf Toten und Dutzenden Verletzten gegeben hatte, hatte die Polizei nach eigenen Angaben "sensibel reagiert". Demnach waren 250 Beamte und Spürhunde im Einsatz.

yer/dpa