Abriss von illegalem Bau Schloss mit lustig

Für den Bauherrn kommt der Abriss der Zerstörung eines Rembrandts gleich: Ein Bauer aus England hat ohne Baugenehmigung ein Schloss gebaut. Lange wird er sich daran nicht mehr erfreuen können.

Picture-Alliance/Press Association Images

Abrissbirne, Bagger und Bulldozer werden Robert Fidlers Traum zerstören. 2002 errichtete der Bauer aus Surrey in England ein kleines Schloss im Tudor-Stil und versteckte es bis 2006 hinter Heuballen - aus gutem Grund: Fidler hatte keine Baugenehmigung. Er setzte auf Richtlinien, wonach nicht genehmigte Bauten nach vier Jahren gegen Beschlüsse der Behörden geschützt sind, wenn sich so lange niemand beschwert hat.

Das half Fidler auch nicht. Er entfernte die Heuballen, und der Ärger begann. 2008 verlangte der Bezirk erstmals den Abriss, wie die BBC berichtet - und bekam im vergangenen Jahr Unterstützung der Regierung.

Insgesamt dauerte Fidlers Kampf für den Erhalt seines Traumschlosses sieben Jahre. Nun hat er die Auseinandersetzung mit den Behörden verloren und sieht ein, dass das Schloss dem Abriss nicht entgehen wird. Aber gut findet er das selbstredend nicht. Das sei so, als müsse Rembrandt ein Gemälde zerstören. Es sei sehr schwierig, etwas abzureißen, auf das man stolz sei. "Ich habe keine Wahl", zitiert der "Telegraph" Fidler. Man habe ihm deutlich gemacht: Abriss innerhalb von 90 Tagen oder die Gefahr, im Gefängnis zu landen.

Das Schloss hat vier Schlafzimmer, eine Küche, ein Studierzimmer und einen Wintergarten, berichtet der "Telegraph". Auch ein Burggraben und eine Kanone fehlen nicht.

Fidlers Versuche, nachträglich eine Genehmigung zu bekommen, scheiterten. Der Bezirk hatte Sorge, dass dies einen inakzeptablen Präzedenzfall schaffen würde. Die Abriss-Entscheidung zeige, dass jeder, der Regeln zum Wohl der Allgemeinheit missachte, sich in einer ähnlich unangenehmen Situation wiederfinden werde.

ulz

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