Britischer Premier zur WM Blair outet sich als Deutschland-Fan

Großbritanniens Premierminister Blair ist begeistert: vom Fußball, von der Weltmeisterschaft - und ganz besonders von Deutschland als Gastgeber. Jetzt schrieb er, die abgestandenen Klischees von früher würden durch ein "neues, positives und viel zutreffenderes Bild Deutschlands abgelöst".


Hamburg - Deutschland zählt nach Ansicht des britischen Regierungschefs Tony Blair zu den größten Gewinnern der WM 2006. In einem Beitrag für die "Bild am Sonntag" schrieb er, vielen britischen Fans habe es in Deutschland ausgezeichnet gefallen. "Es war nicht nur die Organisation des Turniers, die sie lobten, das einfache Reisen und die tollen Angebote für die Zuschauer mit und ohne Tickets." Das eine oder andere könne man sich für die Olympischen Spiele 2012 in London abschauen. Den größten Eindruck habe aber die freundliche Aufnahme in Deutschland gelassen.

Premier Blair: Ein neues, positives Deutschlandbild
REUTERS

Premier Blair: Ein neues, positives Deutschlandbild

Blair lobte besonders die Zusammenarbeit deutscher Behörden mit Kollegen aus Großbritannien und anderen Ländern schon im Vorfeld der WM. "Dass diese WM weitgehend störungsfrei verlaufen ist, spricht für diese Bemühungen und die Zusammenarbeit gerade auch zwischen den britischen Polizisten, die nach Deutschland gekommen sind, und ihren deutschen Kollegen."

Eine noch größere Rolle habe aber das "vernünftige, anständige und kameradschaftliche Verhalten der Fußballanhänger - und die herzliche Aufnahme der Fans aus aller Welt durch die deutsche Bevölkerung" gespielt. Dies und die Spielleidenschaft der deutschen Elf seien "auch ein Grund dafür, dass erstaunlich viele britische Fans Deutschland unterstützten, nachdem England ausgeschieden war".

Der britische Premier freute sich zudem, dass die große Mehrheit der englischen Fans zum Gelingen des Sportfestes beigetragen habe.

"Selbst wenn unsere Mannschaft nicht so weit gekommen ist, wie wir gehofft hatten, ist es den Zigtausenden englischer Fans doch weitgehend gelungen, das schlechte Image von früher abzulegen." Blairs Fazit: "Bei allem Schmerz, den wir fühlen, wenn wir keine Franzosen oder Italiener sind, ist klar: Die Weltmeisterschaft hat alle Erwartungen übertroffen."

kaz/AP



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