Britisches Ministerium "Brustimplantate machen Soldatinnen glücklicher!"

In Großbritannien sollen weibliche Armeemitglieder auch weiterhin mit staatlich bezahlten Brustimplantaten im Auftrag Ihrer Majestät dienen.


Glücklich mit Silikon: Britische Streitkräfte
AFP

Glücklich mit Silikon: Britische Streitkräfte

London - Brustimplantate für Soldatinnen kosten das britische Verteidigungsministerium jedes Jahr nahezu 100.000 Mark, wie nun offiziell bestätigt wurde. "Wir haben ungefähr ein Dutzend Fälle im Jahr", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums gegenüber der "Times". Die Eingriffe seien "medizinisch notwendig" und würden nur genehmigt, wenn ein Arzt sie empfehle. Um diese Praxis ist nun ein politischer Streit entbrannt.

"Es gibt ernst zu nehmende Gründe für die Operationen, und sie sind relativ billig, wenn man bedenkt, dass wir in jedes Individuum bei den Streitkräften Hunderttausende von Pfund stecken", rechtfertigte der Sprecher die Investitionen. "Diese Ausgaben wären vergeudet, wenn Frauen den Dienst quittieren würden, weil sie wegen der Größe ihrer Brüste an Depressionen leiden." Die Brustvergrößerungen sollten aus den Frauen "glücklichere Soldaten" machen.

Der verteidigungspolitische Sprecher der oppositionellen Konservativen, Iain Duncan-Smith, bezeichnete es dagegen als "lächerlich", dass die Streitkräfte nun an dieser "zweiten Front" kämpften. "Diese Regierung scheint das Geld für Dinge zu vergeuden, die wohl nur geringen Effekt auf die Kampfkraft haben dürften, selbst wenn sie die Moral der Truppe verbessern", sagte er.



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