Brückeneinsturz auf der A7 Gutachterin sieht Konstruktionsfehler als Ursache

Im Juni 2016 stürzte eine im Bau befindliche Autobahnbrücke in Bayern teilweise ein. Inzwischen liegt ein Gutachten zur Ursache vor - und die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung gegen drei Personen.

Unfallstelle an der Talbrücke Schraudenbach (Juni 2016)
DPA/ Hajo Dietz/ Nürnberg Luftbild

Unfallstelle an der Talbrücke Schraudenbach (Juni 2016)


Die Ursache für den teilweisen Einsturz einer Autobahnbrücke bei Werneck in Bayern steht mehr als ein Jahr nach dem Unglück fest. Dem Bericht einer Gutachterin zufolge hatte eine Gerüststütze dem Gewicht der Brückenkonstruktion nicht mehr standgehalten, weshalb das Traggerüst einstürzte.

"Bei Auswertung der Unterlagen haben sich Hinweise darauf ergeben, dass Statik und Ausführungsplanung hinsichtlich bestimmter Verbindungen nicht übereinstimmen. Die ungeeignete Konstruktion dieser Verbindungen ist nach den Ausführungen des Gutachtens als primäre Einsturzursache anzusehen", teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit.

"Wer genau jetzt die Verantwortung dafür trägt - der, der konstruiert, der ausgeführt oder der geprüft hat, muss nun noch ermittelt werden", sagte die leitende Oberstaatsanwältin Ursula Haderlein. Die weiteren Ermittlungen richten sich deshalb nun gegen die drei Verantwortlichen für Statik, Aufbauplanung und Kontrolle des Gerüsts. Gegen sie werde wegen fahrlässiger Tötung sowie fahrlässiger Körperverletzung ermittelt, hieß es.

Am 15. Juni 2016 war ein frisch betoniertes Teil der im Bau befindlichen Brücke der A7 zwischen der Raststätte Riedener Wald und dem Kreuz Schweinfurt/Werneck eingestürzt. Ein 38 Jahre alter Arbeiter aus Kroatien kam ums Leben, 14 weitere Menschen wurden verletzt.

wit/dpa



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