Brückeneinsturz Die Toten von Portugal hat das Meer geschluckt

In Nordspanien wurden bisher sechs Leichen angeschwemmt - Opfer des Busunglücks am portugiesischen Fluss Douro. Die Mehrzahl der Opfer ist offenbar im Meer verschwunden.


Die zerstörte Brücke über den Douro
DPA

Die zerstörte Brücke über den Douro

Porto - Fünf Tage nach dem Brückeneinsturz im Norden Portugals befürchten die Bergungsmannschaften, dass viele der etwa 60 Toten nie mehr gefunden werden. Bis Freitagmorgen wurden an der so genannten Todesküste in Nordspanien die Leichen von sechs Frauen angeschwemmt, bei denen es sich um Opfer des Unglücks im Nachbarland handelt. Dabei waren am Sonntagabend ein Reisebus mit 53 Insassen und drei Autos bei Porto in den Fluss Douro gestürzt. Die Netze, die in 30 Kilometer Entfernung an der Mündung gespannt worden waren, sind wegen der starken Strömung gerissen.

Wird der Fluss noch Opfer freigeben?
AP

Wird der Fluss noch Opfer freigeben?

Die Leichen sowie Bussitze und Gepäckstücke wurden etwa 250 Kilometer von der Unglücksstelle entfernt am Kap Finisterre in Galizien an den Strand gespült. Die Gegend ist wegen der gefährlichen Riffe als "Todesküste" bekannt. Die Behörden Portugals hatten am Vortag noch heftig bestritten, dass es sich bei den Toten um Opfer des Brückeneinsturzes handeln könnte. Deren Identifizierung brachte aber Gewissheit. Am Unglücksort selbst konnte bislang nur die Leiche einer Busreisenden geborgen werden.

Inzwischen suchen portugiesische und spanische Helfer mit Hubschraubern und Flugzeugen auch aus der Luft nach weiteren Opfern. In dem Bus waren 48 Erwachsene und fünf Kinder auf dem Rückweg von einem Ausflug zur Mandelblüte. Wie viele Menschen in den Autos waren, steht immer noch nicht genau fest.

Bei den Hinterbliebenen, die im Gedenken an die Opfer Blumen in den Douro warfen, wächst unterdessen der Ärger über die schleppenden Bergungsarbeiten. Diese wurden am Freitag fortgesetzt, aber durch die heftige Strömung weiter behindert. Noch konnten Taucher nicht zu den in 20 Metern Tiefe liegenden Fahrzeugen gelangen. Die genaue Ursache des Unglücks wird vermutlich erst in zwei Wochen feststehen. Dann soll der Bericht einer Expertengruppe vorgelegt werden.



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