Brüssel Polizei räumt besetzte Lufthansa-Maschine

Die Besetzung eines Flugzeugs der Lufthansa in Brüssel ist ohne Blutvergießen zu Ende gegangen. Die Polizei nahm etwa 60 Exil-Iraner fest, die mit der Aktion gegen das Mullah-Regime in Teheran demonstrieren wollten.




Flughafen Brüssel: Die Besetzung einer Lufthansa-Maschine ist zu Ende
REUTERS

Flughafen Brüssel: Die Besetzung einer Lufthansa-Maschine ist zu Ende

Brüssel - Die Polizei teilte heute früh gegen 5.30 Uhr mit, die etwa 60 unbewaffneten Iraner seien aus dem Flugzeug gebracht worden. Die Gruppe hatte die Maschine 15 Stunden zuvor besetzt und sich geweigert, ihre Sitze zu verlassen.

Die Iraner hätten einen Umsturz der iranischen Regierung erzwingen wollen, hieß es. Sie hatten von der EU und den USA verlangt, die Beziehungen zum Mullah-Regime in Teheran abzubrechen. Gestern waren sie in einen Hungerstreik getreten und hatten wissen lassen, dass sie zu sterben bereit seien.

Kurz vor der Polizeiaktion war den Besetzern, darunter Frauen und Kindern, Strafffreiheit für den Fall zugesichert worden, dass sie das Flugzeug freiwillig verlassen. "Bis auf drei Personen weigerten sich alle, zu gehen", sagte Polizeisprecherin Els Cleemput.

Wie der belgische Rundfunk berichtete, dauerte die Okkupation der mit insgesamt 120 Menschen besetzten Maschine rund 14 Stunden. Die Oppositionellen, die für die Wiedererrichtung der Monarchie in ihrer Heimat kämpfen, sollten im Laufe des Tages wieder freigelassen werden.

Etwa 90 Polizisten seien an der Räumung beteiligt gewesen. Die von den belgischen Behörden geführten Verhandlungen mit den Flugzeugbesetzern waren zunächst ergebnislos geblieben. Polizeisprecherin Els Cleemput berichtete, den Besetzern sei um 3.25 Uhr ein Ultimatum gestellt worden, um sie zum Aufgeben zu bewegen. Sie seien jedoch an Bord geblieben. Auf Anweisung von Innenminister Patrick Dewael wurde die Lufthansa-Maschine dann gegen 3.30 Uhr vom Terminal weg an einen isolierten Standort gezogen. Dann griff die Polizei ein.



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