»Inakzeptable und sehr bedauerliche Kommentare« Nach Rassismusvorwurf im Buckingham Palace – Mitglied des Hofpersonals tritt zurück

Die Hofdame soll immer wieder gefragt haben, woher sie »wirklich« komme: Nachdem eine schwarze Aktivistin einer Hofdame Rassismus vorgeworfen hatte, teilte der Palast mit, dass die Frau ihr Ehrenamt nun niedergelegt habe.
Aktivistin Fugani (l.), Queen Consort Camilla (r.)

Aktivistin Fugani (l.), Queen Consort Camilla (r.)

Foto: Kin Cheung / AP

Der Buckingham-Palast hat sich für mutmaßliche rassistische Äußerungen eines Mitgliedes des königlichen Haushalts entschuldigt.

Ngozi Fulani, eine schwarze Aktivistin, die sich mit Missbrauch von Frauen afrikanischer und karibischer Herkunft beschäftigt, hatte am Mittwoch Vorwürfe gegen eine Hofdame  auf Twitter erhoben.

Fulani, die als Gast bei einem Empfang von Queen Consort Camilla eingeladen war, habe »gemischte Gefühle« nach dem Besuch des Buckingham-Palastes am Vortag, schreibt sie. Zehn Minuten nach ihrer Ankunft sei die »Lady« auf sie zugekommen, habe ihre Haare beiseite geschoben und auf ihr Namensschild geblickt. Danach habe sich ein Gespräch ereignet, das die Aktivistin in einem Gedächtnisprotokoll zusammenfasste. Die Lady, die sie nur bei ihren Initialen nannte, soll gefragt haben: »Woher kommen Sie wirklich, woher kommen Ihre Leute?« Als sie die Frage offenbar nicht zu ihrer Zufriedenheit beantwortet habe, habe die Frau nachgeschoben: »Oh, ich sehe, es wird eine Herausforderung, Sie dazu zu bekommen, zu sagen, woher Sie kommen. Seit wann sind Sie hier?«

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»Politik der Vielfalt und Inklusion«

Das Königshaus nehme den Vorfall sehr ernst, die Betroffene habe ihre ehrenamtliche Rolle mit sofortiger Wirkung niedergelegt und entschuldige sich für das verursachte Leid, teilte der Buckingham-Palast mit.

Es seien »inakzeptable und sehr bedauerliche Kommentare« geäußert worden, hieß es aus dem Palast weiter. Man habe Fulani eingeladen, um über den Vorfall zu sprechen, falls sie möge. Alle Mitglieder des Hofpersonals würden an die Standards des Palasts im Hinblick auf Diversität und Inklusion erinnert, die zu jeder Zeit eingehalten werden müssten. Die Hofdame selbst äußerte sich bislang nicht zu dem Vorfall.

Rassismus im Königshaus

Das britische Königshaus kämpft zum wiederholten Mal mit Vorwürfen dieser Art. Bereits im vergangenen Jahr hatte Meghan, die Herzogin von Sussex und Ehefrau von Prinz Harry, in einem TV-Interview den Rassismus im Königshaus beklagt. Meghan, deren Mutter Afroamerikanerin ist, schilderte, dass sich die britische Königsfamilie vor der Geburt ihres ersten Sohns Archie Sorgen wegen dessen Hautfarbe gemacht habe.

So habe sie während der Schwangerschaft Gespräche darüber führen müssen, wie dunkel seine Haut wohl sein würde.

swe/afp/ap
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