Unwetter über Deutschland Bürgerfest des Bundespräsidenten abgebrochen, Ärzte-Konzert abgesagt

Warnstufe vier von vier: Über weite Teile des Landes ziehen teils starke Unwetter. Für viele Menschen fällt der Freitagabend buchstäblich ins Wasser – so auch für Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender.
Bürgerfest des Bundespräsidenten: Frank-Walter Steinmeier und Elke Büdenbender mussten ihre Veranstaltung wegen einer Unwetterwarnung abbrechen

Bürgerfest des Bundespräsidenten: Frank-Walter Steinmeier und Elke Büdenbender mussten ihre Veranstaltung wegen einer Unwetterwarnung abbrechen

Foto: IMAGO/Rüdiger Wölk

Der Himmel verdunkelt sich: Für mehrere Regionen warnte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Freitagnachmittag vor extremen Unwettern – es galt die Warnstufe vier von vier. »Im Osten und in der Mitte schwere Gewitter mit extrem heftigem Starkregen und Hagel (Unwetter)«, hieß es. Bis auf den Westen Deutschlands erwartete der DWD starke Gewitter und Unwetter. Im Nordosten, Osten und Süden sei mit schweren Gewittern zu rechnen. Zwar dürften sich viele Menschen nach der langen Trockenheit über den Regen gefreut haben. Doch manchem hat er auch das Freitagabendprogramm verhagelt.

»Bittere Nachricht«

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender haben ihr Bürgerfest am Freitagabend sicherheitshalber abgebrochen. »Der Deutsche Wetterdienst hat angekündigt, dass es über Berlin kreisende Gewitter gibt«, sagte Steinmeier seinen rund 1500 Gästen im Park von Schloss Bellevue.

Wegen der nicht zu vermeidenden Gefahren, die im Laufe des Abends bei weiteren durchziehenden Gewittern noch kommen könnten, hätten seine Frau und er sich zu dieser »bitteren Nachricht« entschlossen. Der Bundespräsident versprach den Gästen, die für ihr ehrenamtliches Engagement eingeladen worden waren, dass sie im kommenden Jahr erneut eingeladen würden. Das Bürgerfest war in den vergangenen beiden Jahren coronabedingt ausgefallen.

Veranstaltungen am Samstag und Sonntag sollen stattfinden

Das Staatsballett Berlin  musste wegen des Unwetters eine geplante Schiffstour auf der Spree verschieben. Und die Punkband Die Ärzte  sagte ein Konzert auf dem Tempelhofer Feld in Berlin kurzfristig ab. »Achtung: Aufgrund eines aufziehenden Unwetters sind wir gezwungen, die Veranstaltung aus Sicherheitsgründen zu beenden«, teilten die Veranstalter am Freitagnachmittag mit. Am Wochenende sind zwei weitere Konzerte geplant. »Die Veranstaltungen am Samstag und Sonntag finden nach aktuellem Stand wie geplant statt.«

Am Freitag kein Ärzte-Konzert auf dem Tempelhofer Feld: Durch Lautsprecheransagen des Veranstalters wurden bereits angereiste Gäste auf die Absage hingewiesen

Am Freitag kein Ärzte-Konzert auf dem Tempelhofer Feld: Durch Lautsprecheransagen des Veranstalters wurden bereits angereiste Gäste auf die Absage hingewiesen

Foto: IMAGO/Andreas Friedrichs / IMAGO/A. Friedrichs

Am Hauptstadtflughafen BER wurden die Arbeiten auf dem Vorfeld zur Sicherheit für die Beschäftigten vorübergehend unterbrochen. Für rund zwei Stunden lief die Abfertigung wegen eines Unwetters eingeschränkt, sagte ein Flughafensprecher am Freitagnachmittag. Danach wurden die Arbeiten wieder aufgenommen. Mit weiteren Verzögerungen im Flugverkehr aufgrund der gestörten Abläufe sei aber zu rechnen, hieß es.

Erhöhtes Unwetterpotenzial am Samstag

Während es in Teilen Deutschlands stark regnete, blieb vor allem der Westen verschont. »Der landesweit flächendeckende Landregen bleibt jedoch aus! Ganz im Gegenteil sogar, während es am einen Ort wie aus Eimern schüttet, bleibt es im Ort nebenan teils komplett trocken«, sagte DWD-Meteorologe Marcel Schmid. Auch am Samstag drohe im Süden und Osten erhöhtes Unwetterpotenzial. Dann können lokal um die 50 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit fallen. »Dies entspricht teilweise einer halben Monatssumme oder mehr, als bisher im gesamten August gefallen ist«, sagte Schmid. Im Westen und Nordwesten komme die Sonne immer wieder zum Zuge. Laut den Prognosen werden aber nirgendwo mehr 30 Grad erreicht.

Für Sonntag werden für den Süden erneut einzelne Schauer und Gewitter, teils auch mit Starkregen, vorausgesagt. Im Nordosten kann es demnach anfangs noch schauerartigen Regen geben. Ansonsten zeigt sich der Himmel voraussichtlich aufgelockert bewölkt, vor allem im Südwesten bleibt es laut DWD auch länger sonnig und trocken. Die Höchstwerte liegen den Prognosen zufolge bei 20 bis 28 Grad.

swe/dpa
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