Bundeskriminalamt Mehr als 90 Prozent aller Morde werden aufgeklärt


Eberswalde/Wiesbaden - Im Fall der vermutlich ermordeten 12-jährigen Ulrike aus Eberswalde rechnen sich die Ermittler gute Chancen aus, den Fall aufklären zu können. Bei Mordfällen liegt die Aufklärungsquote in Deutschland bei über 90 Prozent; 1999 waren es nach Angaben des Bundeskriminalamtes (BKA) in Wiesbaden beispielsweise 93,9 Prozent. Die Quote für aufgeklärte Morde an Kindern wird dabei nicht gesondert erfasst.

Zwischen 1995 und 1999 wurden laut BKA 227 Kinder in Deutschland ermordet - damit war etwa jedes 13. Mordopfer unter 14 Jahren alt. Zwölf dieser 227 Kinder fielen laut Statistik einem Sexualverbrechen zum Opfer.

Die hohe Aufklärungsquote bei Morden erklärt BKA-Sprecher Dirk Büchner unter anderem damit, dass die Täter meistens im persönlichen Umfeld des Opfers zu finden sind. Wegen der besonderen Schwere der Tat ermittle die Polizei zudem mit Hochdruck, außerdem gehen zumeist zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung ein.

Seit April 1998 hilft zudem eine DNS-Analyse-Datei bei der Aufklärung der Verbrechen. In ihr werden die genetischen Informationen von Beschuldigten und die an Tatorten gesicherten Spuren erfasst, um sie miteinander vergleichen zu können.

Die bei aufgeklärten Morden ermittelten Tatverdächtigen sind laut BKA zuvor schon häufig wegen anderer Straftaten bei der Polizei in Erscheinung getreten. 1999 war das bei 60 Prozent der Tatverdächtigen der Fall.



© SPIEGEL ONLINE 2001
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.