"IT-Fehler" Bundespolizei stellt aus Versehen 322 Bewerber zu viel ein

Die Bundespolizei spricht von einem "IT-Fehler": Nach SPIEGEL-Informationen hat die Behörde deutlich mehr Bewerbern zugesagt als Stellen vorhanden sind. Sie werden nun trotzdem eingestellt.

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Die Bundespolizei hat in diesem Jahr nach Informationen des SPIEGEL 322 Bewerbern für den mittleren und gehobenen Polizeivollzugsdienst zugesagt, obwohl für sie keine Stellen vorgesehen sind. Insidern zufolge hat die Verwaltung "den Überblick verloren", weil es in diesem Jahr 20.000 Bewerbungen gab, ein Drittel mehr als sonst. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

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Heft 34/2016
Volle Kassen, geschröpfte Bürger

Ein Sprecher der Bundespolizei sagte, die falschen Zusagen seien durch einen "IT-Fehler" entstanden. Man freue sich jedoch über die "ausgezeichnete Bewerberlage".

Um Klagen vorzubeugen, hat das Bundesinnenministerium entschieden, alle Zusagen einzuhalten. Sie sollen mit den geplanten Einstellungen des kommenden Jahres verrechnet werden.

Damit muss die Bundespolizei zum 1. September 2482 Frauen und Männer unterbringen, einkleiden, ausbilden und bezahlen. Die dafür nötigen zusätzlichen Kapazitäten fehlen bislang. Umbauten und Renovierungen sollen deshalb verschoben, zusätzliche Räume gemietet und Lehrkräfte abgeordnet werden.

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insgesamt 56 Beiträge
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horstenporst 20.08.2016
1.
schön das sich die Bundespolizei freut. Ich sehe so viele Bewerber eher als Beleg dafür, dass die Lage auf dem Arbeitsmarkt nicht so rosig ist wie die Bundesregierung gerne glauben machen würde.
bombobabier 20.08.2016
2. Was der Mensch nicht schafft,
muss die Technik erledigen. Manchmal sogar aus Versehen. Endlich mal ein "Bug", der Gutes tut.
MartinBeck 20.08.2016
3. Flexibel
Respekt, wie das Ministerium aus einer Verwaltungspanne eine positive Lösung macht. Die Bundespolizei soll ja ohnehin verstärkt werden.
volucer 20.08.2016
4. clever
da war einer ja richtig clever. die dünn besetzte bundespolizei stellt einfach mal 300 leute mehr ein und verpackt es als "it-fehler". ja, in zeiten des neulands kann man das schon machen. aus angst vor einer klage werden die azubis natürlich behalten. da war einer wirklich clever und hat einfach mal selbst sein budget aufgestockt.
privado 20.08.2016
5. Je mehr Polizei...
...desto besser.
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