Bundeswehr Strahlen-Opfer klagen gegen US-Firmen

An Krebs erkrankte Bundeswehr-Radartechniker haben in den USA Klage gegen den amerikanischen Hersteller der Geräte eingereicht. Sie fordern Schadensersatz und Schmerzensgeld in Millionenhöhe.


Berlin – Die Betroffenen seien zum Teil viele Jahre lang mit der Bedienung oder Wartung der Radargeräte beauftragt waren, heißt es in der Klageschrift, die der Berliner Anwalt der Strahlenopfer, Reiner Geulen, vor einem Gericht in El Paso einreichte. Bei ihrer Tätigkeit seien sie einer permanenten radioaktiven Strahlung ausgesetzt gewesen, die von bestimmten Radarröhren zusätzlich zur elektromagnetischen Radarstrahlung als unerwünschte, aber unvermeidliche Störstrahlung produziert worden sei. Gegen diese ionisierende Strahlung habe es seinerzeit keinerlei Schutzmaßnahmen gegeben, auch sei das Personal über die Risiken nicht aufgeklärt worden.

Wie Geulen mitteilte, reichte er die Sammelklage in Zusammenarbeit mit vier US-Kanzleien im amerikanischen Bundesstaat Texas ein. Geulen vertritt nach eigenen Angaben über 450 Soldaten der Bundeswehr und anderer Nato-Armeen, die zwischen 1958 und Mitte der achtziger Jahre an Radargeräten amerikanischer Hersteller gearbeitet haben und an Krebs erkrankt oder bereits gestorben sind. Die Klage richtet sich gegen die US-Elektronik-Konzerne Raytheon Company, Lucent Technologies, General Electric Corporation, Honeywell International Inc., ITT-Gilfillan Inc. und ITT-Industries Inc, die ihren Sitz in El Paso haben.

Mit einem Urteil rechnete der Anwalt Ende 2003. Die Forderungen seien der Höhe nach nicht beziffert worden. Die untere Grenze für eine Entschädigung liege aber nach US-Recht bei einer bis zwei Millionen US-Dollar pro Person.



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