Burger-Falschmeldung Hungerstreikender bekommt Schmerzensgeld

Zwei britische Zeitungen müssen einem Mann aus Sri Lanka umgerechnet fast 100.000 Euro Schmerzensgeld zahlen: Sie hatten behauptet, er habe während eines öffentlichkeitswirksamen Hungerstreiks heimlich Hamburger gegessen.

Subramanyam im Hungerstreik (2009): 95.000 Euro Schmerzensgeld
AFP

Subramanyam im Hungerstreik (2009): 95.000 Euro Schmerzensgeld


London - Mehr als drei Wochen lang befand sich Parameswaran Subramanyam vor dem britischen Parlament im Hungerstreik. Der Mann wollte mit dem Hungerstreik im April 2009 auf die Lage der tamilischen Minderheit in Sri Lanka aufmerksam machen. Zwei Zeitungen warfen ihm vor, heimlich Hamburger gegessen zu haben. Nun hat ein Gericht entschieden: Die Blätter müssen 95.000 Euro Schmerzensgeld zahlen.

Ein Richter des Obersten Gerichts in London stellte am Donnerstag klar, dass der Tamile während seiner 23 Tage langen Aktion vor dem britischen Parlament "keine Nahrung" zu sich genommen habe. Die Falschmeldung der "Daily Mail" und "The Sun" hätten sein Persönlichkeitsrecht verletzt.

Wegen der Falschberichte wurde er von der tamilischen Gemeinschaft in London allerdings als Verräter ausgeschlossen und erhielt nach eigenen Angaben sogar Morddrohungen.

wit/AFP



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