Baden-Württemberg Leichtes Erdbeben erschüttert Teile der Schwäbischen Alb

Im Südwesten Deutschlands hat in der Nacht die Erde gebebt. Das Epizentrum lag im Zollernalbkreis. Mehrere besorgte Anwohner meldeten sich bei den Behörden.

Auf der Schwäbischen Alb hat es ein leichtes, aber spürbares Erdbeben gegeben. Das Zentrum des Bebens mit einer Stärke von 3,7 lag einer automatisierten Berechnung zufolge westlich von Burladingen im Zollernalbkreis, wie der Erdbebendienst Südwest mitteilte . Die Erdstöße um 0.25 Uhr seien vermutlich in einem Umkreis von 20 Kilometern zu spüren gewesen, hieß es.

Das Lagezentrum des Innenministeriums in Baden-Württemberg berichtete von mehreren besorgten Anrufen aus der Region. Auch ein Riss in einer Straße sei gemeldet worden. Größere Schäden oder gar Verletzte habe es aber nach ersten Erkenntnissen nicht gegeben.

In der Gegend kommt es immer wieder zu leichteren Erdstößen. So bebte die Erde im Januar dieses Jahres und im November 2019 bei Albstadt.

Erdbebenstärken

Die Stärke eines Erdbebens wird mithilfe der Richterskala und anderer Skalen beschrieben. Der jeweils angegebene Wert, die Magnitude, kennzeichnet dabei die freigesetzte Energie.

Mittels Seismografen werden die Maximalamplituden (also die Ausschläge der Nadel) bestimmt, die umgerechnet von Erdbeben in 100 km Entfernung erzeugt worden wären. Der dekadische Logarithmus der gemessenen Maximalamplituden ergibt die Magnitude. Die Erhöhung der Magnitude um 1 bedeutet dabei eine 33-fach höhere Energiefreisetzung – ein Erdbeben der Magnitude 5,0 ist also 33-mal so stark wie eines der Magnitude 4,0. Die Skala wurde 1935 von Charles Francis Richter und Beno Gutenberg am California Institute of Technology entwickelt.

Genau genommen werden Erdbebenstärken jedoch heute in der Moment-Magnituden-Skala angegeben. Sie berücksichtigt neben der Energie auch die Größe des gebrochenen Gesteins. Die Bruchfläche lässt sich aus der Erdbebenmessung vieler Seismografen berechnen.

Deutschland befindet sich mitten auf der Eurasischen Platte, Plattengrenzen sind hier weit entfernt – und doch bebt auch hierzulande immer wieder der Boden. Grund sind Brüche und Schwächezonen im Untergrund, die für Probleme sorgen können.

Dass bei Beben aber auch hierzulande durchaus größere Schäden auftreten können, haben etwa die Erschütterungen gezeigt, die im April 1992 in der Grenzgegend zwischen Deutschland und den Niederlanden registriert wurden. Das sogenannte Erdbeben von Roermond hatte damals eine Stärke von 5,3 und verursachte Schäden im dreistelligen Millionenbereich.

Ähnlich heftig hatte die Erde im September 1978 in Baden-Württemberg gebebt, damals wurde die Stärke 5,7 auf der Richterskala registriert. Das Epizentrum war damals: Albstadt im Zollernalbkreis.

wit/dpa
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