Bushs Zwillinge Kommt nach Kanada, um euch zu betrinken!

Dass Papa George W. Präsident wurde, fanden die beiden gar nicht gut. Doch dann wurde er es doch, die "First Twins" stolperten über die Alkoholgesetze, die ihr Vater noch als Gouverneur erlassen hatte, und landeten schließlich im Mittelpunkt des Medieninteresses.


Barbara (l.) und Jenna Bush
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Barbara (l.) und Jenna Bush

Washington - Die Schöne und die Kesse - so werden Barbara und Jenna Bush, die Zwillingstöchter des amerikanischen Präsidenten Bush, gern bezeichnet. Gerade bereiten sie ihren Eltern mit ein paar Alkoholeskapaden erhebliches Kopfzerbrechen.

Die kesse Jenna ist blond, wild und fröhlich. Sie gewann bei einem High-School-Wettbewerb in der Kategorie "Wer stolpert als Erste beim Abschlussball?" den ersten Preis. Sie stolperte - wie auch schon zweimal über die strengen Alkoholgesetze, die ihr Vater als Gouverneur in Texas höchstpersönlich eingeführt hatte. Unter 21 darf dort niemand Alkoholisches bestellen.

Die brünette Barbara, die in ihren High-School-Tagen einen Schönheitswettbewerb gewann, gilt als eher schüchtern. Zu Unrecht, lassen Mitstudenten durchblicken. Barbara, nach ihrer Großmutter väterlicherseits genannt, habe es faustdick hinter den Ohren. Sie lasse sich halt nur nicht so leicht erwischen.

Dass ausgerechnet seine Töchter mit den Gesetzen in Konflikt geraten, ist äußerst peinlich für Präsident George W. Bush. Ein bisschen hat er selbst Schuld, denn die beiden hatten sich vor drei Jahren vehement dagegen ausgesprochen, dass ihr Papa sich fürs Präsidentenamt bewirbt. Sie ahnten und fürchteten den Mediensturm, der über sie hereinbrechen würde. Jetzt sind sie 19 und erstmals von zu Hause weg - wenn das nicht das Rezept für einen fulminanten Uni-Start ist. Doch für Barbara und Jenna Bush ist alles anders. Anstatt sich unerkannt ins wilde Studentenleben stürzen zu können, werden sie auf Schritt und Tritt von Geheimdienstagenten begleitet und von der Umwelt beäugt.

Kein Fehltritt bleibt der Welt lange verborgen. Da hatte es Vater George W. besser: Dass er 1976 betrunken am Steuer von der Polizei aufgegriffen wurde, konnte er bis zum Wahlkampf im vergangenen Jahr unter dem Deckel halten. Bevor Bush 1986 die Kurve kriegte und zum Abstinenzler wurde, war er als Trinker bekannt.

Ob Bush deshalb Verständnis für die Eskapaden seiner Töchter hat? Man weiß es nicht. Das Weiße Haus verweigert jeden Kommentar. Großmutter Barbara ist offener: "Jetzt weiß er, wie das ist", bemerkte sie trocken und in Anspielung auf ihre eigenen Sorgen um den trinkenden Sohn.

Das Präsidentenpaar regt sich vor allem darüber auf, dass Barbara und Jenna jetzt im Mittelpunkt des Medieninteresses stehen. "Das ist unmöglich. Wo soll das hinführen?" schimpfte die ansonsten zurückhaltende Laura Bush. Sie hatte die Presse bekniet, die Töchter in Ruhe zu lassen. Dass das Hochglanzmagazin "People" nun allen Bitten zum Trotz eine Titelgeschichte über die beiden herausbrachte, hat sie vollends auf die Palme gebracht. Dabei können sich Internet-Surfer schon seit längerem bei Rudy Rucker Jr. ausführlich über die beiden informieren. Der 29-Jährige betreibt von San Francisco aus eine Webseite, die ganz den Zwillingen gewidmet ist.

Die beiden Studentinnen haben gerade das erste Uni-Jahr hinter sich, Barbara an der Elite-Universität Yale, die schon ihr Vater und Großvater besuchten, und Jenna in Texas. Selbst viele Amerikaner haben Verständnis dafür, dass sie das auch mit Alkoholischem feiern wollen und halten die texanischen Gesetze für überholt. Auch eine Radiostation in Kanada hat Mitleid mit den beiden: Der Sender "Bear" lud die beiden zu einem sorgenfreien Wochenende nach Edmonton ein, "wo das Alter für Alkoholgenuss bei 18 Jahren liegt", wie der Sender betonte.

Christiane Oelrich, dpa



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