Camilla und die Prinzen William und Harry haben sich mit Stiefmutter arrangiert

Mit dem Sohn von Camilla Parker Bowles haben die britischen Prinzen William und Harry sich schnell angefreundet: Alkohol verbindet. Die Beziehung zur künftigen Stiefmutter war zunächst schwieriger - besonders für Harry.


Prinz William: Trauzeuge für Camilla
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Prinz William: Trauzeuge für Camilla

London - Am Freitag soll die Hochzeit zwischen Prinz Charles und Camilla Parker Bowles stattfinden. Die Mehrheit der Briten hat ihren Widerstand gegen die Vermählung inzwischen aufgegeben, auch wenn 70 Prozent weiterhin Parker Bowles nicht als Königin wollen. Auch den Titel "Pinzessin von Wales" assoziieren die meisten immer noch mit Diana, weshalb Camilla sich "Duchess von Cornwall" nennen will. Doch was denken die künftigen Stiefsöhne über die Hochzeit?

Prinz William wird von der britischen Presse gern als die "neue Diana" bezeichnet, weil er ihr gutes Aussehen geerbt habe. Sein jüngerer Bruder Harry ist mit Besuchen bei afrikanischen Aids-Waisen und kranken Kindern in London bereits in ihre Fußstapfen getreten.

Dennoch haben die beiden mittlerweile ihren Frieden mit jener Frau gemacht, die für Diana immer nur "der Rottweiler" war. Der 22-jährige William wird am Freitag sogar Trauzeuge sein. Von Harry heißt es manchmal, dass er ihr immer noch aus dem Weg geht. Doch die Romanautorin Jilly Cooper, eine Freundin Camillas, bestreitet das: "William und Harry mögen sie sehr."

Laut der britischen Nachrichtenagentur PA hat Camilla den Prinzen an Weihnachten von den Heiratsplänen erzählt. "Camilla war sehr nervös vor dem Gespräch mit den Jungs, weil sie weiß, wie sehr vor allem Harry Diana vermisst", zitiert die Agentur einen Hofinformanten. Es sei dann aber sehr gut gelaufen.

"William hat seine Mutter geradezu vergöttert, aber er hat die Rolle akzeptiert, die Camilla im Leben seines Vaters spielt", sagte ein Freund von Diana der britischen Agentur. "Harry findet es schwieriger, aber er begreift, dass sie seinen Vater glücklich macht, und deshalb versucht er, nach vorn anstatt zurück zu schauen."

Erste Begegnung in den achtziger Jahren

Schon in den achtziger Jahren sind die Prinzen Camilla ab und zu begegnet. Sie kannten sie aber nur flüchtig. Nach Dianas Unfalltod 1997 vermied Charles zunächst jedes Zusammentreffen. Im Juli 1998 lief William Camilla dann eher zufällig in die Arme, als er vor einem Kinobesuch im Stadtpalast seines Vaters Station machte. Die beiden unterhielten sich etwa eine halbe Stunde, wie Sprecher von Charles bestätigten. Danach soll Camilla gesagt haben: "Jetzt brauche ich erstmal einen Gin Tonic."

Zechkumpan der Royals: Tom Parker Bowles
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Zechkumpan der Royals: Tom Parker Bowles

Im November 1998 traten William und Harry an Charles' 50. Geburtstag erstmals an der Seite Camillas auf. William hatte mit ihr sogar seine Festansprache einstudiert - das Eis war gebrochen. Zu dieser Zeit freundeten sich die Prinzen auch mit Camillas Sohn Tom Parker Bowles an, der acht Jahre älter ist als William.

Ihre gemeinsamen Zechtouren durch Londoner Kneipen endeten allerdings mit einem Eklat, als Tom zugab, Kokain genommen zu haben. Doch schon im Sommer war alles wieder vergessen, und Charles und Camilla verbrachten gemeinsam mit ihren Kindern einen Badeurlaub in der Ägäis.

Prinzen akzeptieren Vergangenheit

So viel Harmonie war für die Prinzen eine ganz neue Erfahrung. An die besseren Tage in der Ehe ihrer Eltern dürfte sich William kaum noch und Harry gar nicht erinnern: Schon kurz nach Harrys Geburt 1984 war das Verhältnis nach den Worten von Charles "unwiderruflich zerrüttet".

Camilla Parker Bowles mit Verlobungsring: Neue Harmonie
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Camilla Parker Bowles mit Verlobungsring: Neue Harmonie

Während die Welt noch an das königliche Traumpaar glaubte, führten William und Harry schon das Leben typischer Scheidungskinder: Bei ihrer Mutter trugen sie Jeans und T-Shirts, gingen mit ihr Hamburger essen und kauften im Supermarkt ein. Sobald sie zu Charles kamen, wurden sie in Tweedanzüge gesteckt und zum Angeln oder Jagen aufs Land chauffiert. Diana lud für William Cindy Crawford zum Tee ein, Charles schenkte ihm zum 13. Geburtstag einen Kammerdiener.

Schließlich mussten die Prinzen miterleben, wie sich erst ihr Vater und dann ihre Mutter im Fernsehen zum Ehebruch bekannten. Inzwischen gehen sie ihre eigenen Wege. William schließt in diesem Jahr sein Studium ab, Harry beginnt eine Ausbildung zum Berufsoffizier. Es sieht ganz danach aus, dass sie die Vergangenheit nicht beurteilen, sondern akzeptieren wollen. Und das wäre in einer Familie, in der so viel aufgerechnet und nachgetragen wird, sicher nicht das Schlechteste.



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