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Fotostrecke: Verletzte bei "DSDS"-Veranstaltung

Foto: Stephan Witte/ dpa

Casting-Show Massenpanik bei "DSDS"-Autogrammstunde

Sie wollten eine Unterschrift von den Teilnehmern der RTL-Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" - doch dann wurden mindestens 60 Kinder und Jugendliche bei einer Panik in Oberhausen verletzt. Viele erlitten Knochenbrüche, Quetschungen oder brachen zusammen.

Oberhausen - Bitteres Ende einer Fan-Veranstaltung in Oberhausen: Bei einer Autogrammstunde der Teilnehmer von "Deutschland sucht den Superstar" gab es am Sonntag mehr als 60 Verletzte. Unter ihnen seien vor allem Kinder und Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren, sagte ein Sprecher der Stadt Oberhausen. 24 der jungen Fans mussten mit Quetschungen oder Kreislaufzusammenbrüchen ins Krankenhaus gebracht werden. In drei Fällen besteht der Verdacht auf Knochenbrüche. Zunächst war von mindestens 80 Verletzten die Rede gewesen. Die Veranstaltung wurde abgebrochen.

Die Kandidaten der aktuellen Staffel der RTL-Casting-Show sollten im Einkaufszentrum Centro auftreten. Nach Angaben von RTL-Sprecherin Anke Eickmeyer waren etwa 4000 Menschen zu der für 15 Uhr geplanten Autogrammstunde gekommen. Vor dem Einkaufszentrum hätten sich jedoch rund 15.000 weitere Fans versammelt. Als diese gegen die Türen drückten, sei Panik ausgebrochen. Nach Angaben der Stadt hatte der Privatsender als Veranstalter die Autogrammstunde mit maximal 5000 erwarteten Fans offiziell angemeldet.

Bereits unmittelbar nach Beginn der Veranstaltung seien wegen des Andrangs die Türen des Einkaufszentrums verschlossen worden, sagte der Sprecher der Stadt Oberhausen. "Draußen ist dann aber noch weiter gedrückt und geschoben worden." Vielen der überwiegend weiblichen Fans sei in dem Gedränge die Luft weggeblieben. "Bei den meisten Verletzungen handelt es sich um Bagatellverletzungen", sagte er. Viele junge Besucher hätten nach einer kurzen Versorgung in Behandlungszelten, die die Feuerwehr vor dem Einkaufszentrum aufgebaut hatte, wieder nach Hause gehen können.

"Das es dazu gekommen ist, tut uns furchtbar Leid. Es war nicht abzuschätzen, dass so viele kommen", sagte RTL-Sprecherin Eickmeyer. "Wir werden uns überlegen, wie wir die Verletzten trösten können." Für die Zukunft müsse man sehen, ob ähnliche Veranstaltungen noch stattfinden könnten.

Vor einem Jahr hatte es bereits eine Panik gegeben

Tatsächlich hatte Oberhausen an diesem Tag noch einmal so etwas wie Glück im Unglück. "Wir haben hier keine Love Parade 2", sagte Polizei-Pressesprecher Uwe Weighardt. Er zeigte sich sichtlich erleichtert. Die Fans Meryem, 15, und ihre Freundin Jonella, 16, waren dabei, als sich der Platz draußen immer mehr füllte. "Ich bekam kaum noch Luft", sagt Jonella. "Wir wurden mitgezogen, von allen Seiten gedrückt." So voll sei es auch im Innern gewesen, als die Stars für lediglich fünf Minuten auf die Bühne kamen. "Die Leute schlugen von draußen an die Türen", berichtet Meryem. Es sei so laut gewesen, "dass ich mein eigenes Schreien nicht mehr gehört habe".

Augenzeugen berichteten von chaotischen Zuständen. Die ersten Rettungswagen seien erst rund eine Stunde nach der Panik eingetroffen. Nur schwer können sich Polizei und Feuerwehr eine Gasse durch die Menge bahnen, um die Verletzten versorgen zu können, sagt Polizeisprecher Weighardt am Sonntagabend. Mehr als 50 Polizisten waren im Einsatz sowie rund 90 Rettungkräfte von Feuerwehr und Rotem Kreuz.

Der Vorfall weckt böse Erinnerungen: Vor etwa einem Jahr war es schon einmal bei einer "DSDS"-Autogrammstunde in Bochum zu einer Panik gekommen. Damals gab es ebenfalls mehrere Verletzte. Im vergangenen Sommer hatte es zudem bei der Loveparade in Duisburg eine Massenpanik gegeben. Dabei waren 21 Menschen ums Leben gekommen.

yes/dpa/AP
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