Fingerbruch und Quetschungen Geldautomat soll Kunden verletzt haben

Den ominösen Fall eines bissigen Geldautomaten verhandelt das Düsseldorfer Landgericht. Ein Kunde der Targobank hatte gegen das Geldinstitut geklagt, weil er sich an dem Automaten einen Finger gebrochen hatte. Die Bank bedauert den Vorfall.
Banknoten am Geldautomat (Symbolbild): Sieben Jahre unfallfrei

Banknoten am Geldautomat (Symbolbild): Sieben Jahre unfallfrei

Foto: Sean Gallup/ Getty Images

Düsseldorf - Ein Geldautomat soll einem Bankkunden im Ruhrgebiet einen Finger gebrochen haben, als dieser sein Geld aus dem Ausgabeschacht nehmen wollte. Verhandelt wird dieser kuriose Vorfall jetzt am Düsseldorfer Landgericht: Der Kunde, ein 62-jähriger Eisdielenbesitzer aus Hagen, verlangt Schadensersatz und Schmerzensgeld von der Targobank, die das Gerät aufgestellt hatte.

Zwei Wochen lang habe er nicht arbeiten können, nachdem der Automat Ende Mai in Castrop Rauxel zugeschnappt habe. Ein Arzt hatte dem Kläger neben dem gebrochenen Finger auch Quetschungen und eine Schürfwunde an der Hand attestiert.

Ein Sprecher der Targobank sagte SPIEGEL ONLINE, man bedauere den Vorfall sehr. Dass sich der Kunde tatsächlich an dem Automaten verletzt hat, streite die Bank nicht ab. "Das ist vorher noch nie passiert", sagte er. Es handele sich um einen Standard-Geldautomaten, der nach dem Vorfall untersucht worden sei. "Es wurde aber nicht festgestellt, dass daran etwas nicht stimmt."

Mitarbeiter leisteten Erste Hilfe

Dem Sprecher zufolge hatte sich der 62-Jährige unmittelbar nach dem Unfall bei den Mitarbeitern der Bankfiliale gemeldet, die dann auch Erste Hilfe geleistet hätten.

Vor Gericht zeigte sich die Targobank keiner Schuld bewusst. Da derartige Probleme noch nie aufgetreten seien, habe man dagegen auch keine Vorkehrungen treffen können, hieß es. Sieben Jahre lang habe der Automat unfallfrei seinen Dienst getan.

An dem fraglichen Gerät können Kunden auch Geld einzahlen. Der Schacht ist deswegen tiefer als bei den reinen Auszahlungsautomaten. Er schließt sich nach 30 Sekunden. Aber der Kläger beteuert, sofort nach seinem Geld gegriffen zu haben. Außerdem steht in Frage, ob der Automat bei einem bestimmten Widerstand nicht hätte nachgeben und wieder öffnen müssen, wie dies etwa bei Fahrstuhltüren der Fall ist.

Nun muss der Kläger nachweisen, dass die Bank ihre Verkehrssicherungspflicht verletzt hat. Dafür gab das Landgericht seiner Anwältin vier Wochen Zeit. Die Juristin sagte, inzwischen sei ihr ein weiterer Fall zugetragen worden. Das könnte die Chancen des Klägers verbessern. Am 28. Januar soll es eine Entscheidung geben.

rls/dpa
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