Löwenjäger Walter P. Protest mit Schweinefüßen

Walter P. ist für viele Tierfreunde eine Hassfigur, seit er in Simbabwe den Löwen Cecil erschoss. Jetzt haben Unbekannte das Ferienhaus des Hobbyjägers verschandelt. Unterstützung bekommt P. von einem seiner Jagdkumpane.

AP/Naples Daily News

Die Polizei in Marco Island im US-Bundesstaat Florida ermittelt wegen eines Angriffs auf das Ferienhaus von Zahnarzt Walter P. Unbekannte haben "Löwen-Killer" auf das Garagentor gesprüht und mindestens sieben Schweinefüße in der Einfahrt des 1,1-Millionen-Dollar-Hauses verteilt. Zudem wurde ein Plakat hinterlassen, auf dem P. kritisiert wird. Inzwischen bewacht ein privater Sicherheitsdienst das Gebäude.

Der Zahnarzt ist derzeit Hassfigur vieler Tierfreunde, weil er in Simbabwe Cecil getötet hat, einen geliebten und sehr bekannten Löwen. Der Jäger hat mitgeteilt, er habe keine Ahnung gehabt, dass Cecil ein Publikumsliebling im Hwange-Nationalpark gewesen sei. Angesichts der massiven Kritik hat sich P. aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Für den Jagdtrip soll er rund 50.000 Dollar bezahlt haben. Als Konsequenz aus Cecils Tod hat Simbabwe die Großwildjagd eingeschränkt.

Bislang gibt es keine Reaktion der USA auf Simbabwes Anliegen, P. ausliefern zu lassen. Die US-Behörden prüfen den Fall. Simbabwe geht davon aus, dass P. keine Lizenz dafür hatte, Cecil zu töten.

Mit Hilfe anderer Jäger soll P. den Löwen aus einem Nationalpark - wo die Jagd illegal ist - herausgelockt haben. Sein Pfeil traf Cecil anschließend, tötete das Tier aber nicht. Erst nach 40 Stunden erschossen die Jäger den Löwen schließlich mit einem Gewehr. P. hat mitgeteilt, er habe sich auf professionelle Führer verlassen. Sie sollten sicherstellen, dass die Jagd legal war.

Einer der Beteiligten hat P. nun unterstützt. Theo B. führte die umstrittene Jagdgesellschaft an. Er bezeichnete die juristischen Schritte gegen P. als verrückt, wie die BBC berichtet. Man habe eine Erlaubnis eingeholt, außerhalb des Nationalparks Cecil zu jagen. Nach einem Gerichtstermin in Hwange im Nordwesten Simbabwes sagte B., der US-Jäger tue ihm leid. "Er ist ein guter Mann. Er hat nichts falsch gemacht."

Das Gericht verschob den Prozess gegen B. Seine Verteidigung soll mehr Zeit zur Vorbereitung bekommen. Bei einer Verurteilung könnte er bis zu 15 Jahre in Haft kommen.

Beim Verlassen des Gerichts sagte B., die Jagd sei für Simbabwe wesentlich und müsse fortbestehen. Wenn man die Tierwelt nicht nachhaltig nutze, "wird es keine Tierwelt geben".

ulz/AP



insgesamt 76 Beiträge
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Badischer Revoluzzer 05.08.2015
1. Der Lust-Jäger
und Lust-Töter wird jetzt zum Gejagten. Ist die Welt gerecht? Vielleicht.
widower+2 05.08.2015
2. Kein Mitleid!
Er wollte seine Mordlust ausleben und trägt nun die Folgen.
Spiegelleserin57 05.08.2015
3. nachhaltig nutze????
kommt darauf an was man darunter versteht...Großwild erschießen und damit protzen sicher nicht!!!
franxinatra 05.08.2015
4. Wenn Jäger zu Gejagten werden...
grinst es aus dem Wildtierhimmel runter...
gandiva 05.08.2015
5. Verschandelt?
Ich würde sagen - verschönert.
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