Zwei Tote bei mutmaßlichem Raubüberfall Polizei prüft, ob Inhaber-Ehepaar aus Notwehr handelte

Zwei bewaffnete Männer betraten ein Juweliergeschäft in Celle, um das Geschäft auszurauben - dann fielen mehrere Schüsse. Ein mutmaßlicher Räuber starb vor Ort, sein Begleiter erlag wenig später seinen Verletzungen.
Polizisten stehen vor dem Juwelier in der Altstadt von Celle

Polizisten stehen vor dem Juwelier in der Altstadt von Celle

Foto: Moritz Frankenberg / dpa

Nach einem mutmaßlichen Raubüberfall mit zwei Toten in einem Juweliergeschäft in Celle prüfen die Ermittler, ob das Inhaber-Ehepaar aus Notwehr gehandelt hat. Das teilte eine Polizeisprecherin mit.

Ihr zufolge ist der genaue Tathergang bislang unklar, eine Überwachungskamera gibt es in dem Geschäft nicht. Bei der Tat wurden die beiden mutmaßlichen Täter tödlich verletzt. Die Ermittler bitten Zeugen, sich zu melden. Sie hoffen vor allem auf touristische Fotos, die zufällig am Ort des Geschehens in der Altstadt entstanden sein könnten.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei  betraten die zwei bewaffnete Männer am Montagnachmittag das Juweliergeschäft in einer Fußgängerzone - offenbar mit dem Ziel, dieses zu überfallen. In den Geschäftsräumen befand sich in dem Moment nur das Inhaber-Ehepaar im Alter von 71 und 72 Jahren.

Das Geschehen in dem alteingesessenen Geschäft geriet dann allem Anschein nach außer Kontrolle. Es fielen mehrere Schüsse. Einer der mutmaßlichen Täter wurde vor Ort erschossen, der zweite zunächst schwer verletzt. Er starb laut Polizei am Montagabend im Krankenhaus.

Mit einem Flatterband wurde ein größerer Bereich der Fußgängerzone abgesperrt, Polizeibeamte waren im Innern des Juweliergeschäfts im Einsatz. Von außen deutete nichts auf den Überfall hin. Die Scheiben des Geschäfts, in dem auch teures Porzellan angeboten wird, wurden von den Schüssen nicht beschädigt.

Immer wieder werden Juweliere in Deutschland Ziel bewaffneter Überfälle, manche von ihnen wurden dabei verletzt oder kamen ums Leben. Dass die Inhaber daher zum Schutz auch selbst über eine Waffe verfügen, ist nicht ungewöhnlich.

So feuerte im niederrheinischen Moers 2014 ein von zwei maskierten Männern überraschter Juwelier auf die Eindringlinge, einer der beiden starb an seinen Verletzungen. Bei einem anderen Überfall 2004 in Siegen war es die Frau des Inhabers, die nach einem Gerangel zwischen einem Räuber und ihrem Mann zur Pistole griff. Der Kriminelle wurde angeschossen.

sen/dpa
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