Chaos in Indien Monsunregen legt Bombay lahm

Der heftigste jemals in Indien registrierte Monsun-Regen hat den Westen Indiens und die Millionenstadt Bombay heimgesucht und mehr als hundert Todesopfer gefordert. Zahlreiche Menschen ertranken oder wurden von Erdrutschen begraben, Hunderte werden noch vermisst.


Fahrgäste klammern sich an einen der wenigen Busse, die trotz Überschwemmungen noch fahren
REUTERS

Fahrgäste klammern sich an einen der wenigen Busse, die trotz Überschwemmungen noch fahren

Bombay - 130 Menschen seien von abrutschenden Erdmassen noch eingeschlossen, wie die Behörden des betroffenen Bundesstaates Maharashtra heute mitteilten. Ein Behördensprecher befürchtete, dass es nicht gelingen werde, die eingeschlossenen Menschen noch zu retten.

Auch in Bombay, der industriellen Drehscheibe Indiens, sorgte der Monsun für schwere Überschwemmungen und legte die 15-Millionen-Stadt lahm. Unter den Todesopfern seien auch sieben Kinder, berichteten Behördensprecher. Nach Erdrutschen wurden in Elendssiedlungen im Norden der Stadt mehr als 200 Menschen vermisst.

Die Behörden ordneten freie Tage für alle an und forderten die Einwohner auf, ihre Häuser nicht zu verlassen. Zur Unterstützung der Rettungsarbeiten wurde die Armee eingesetzt. Die Schulen wurden für zwei Tage geschlossen. Der gesamte Zug-, Straßen- und Luftverkehr kam zum Erliegen.

"Bombay hat immer schon heftige Regenfälle während der Monsun-Zeit erlebt, aber so war es noch nie", sagte ein Mitarbeiter eines Call Centers. "Die Wassermassen sind nicht abgeflossen, es gibt keine Möglichkeit, zur Arbeit zu kommen." Viele mussten die Nacht in Hotels verbringen, da der Nahverkehr zusammenbrach. "Ich kann auf den Straßen nur zwei Dinge sehen: Wasser und Menschen, die gegeneinander ankämpfen", sagte ein Finanzmakler.

Insgesamt kosteten Überschwemmungen seit Beginn des Monsuns Ende Juni rund 400 Menschen in Indien das Leben.



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