Chaos in Italien Streik legt Flughäfen lahm

Sommer, Sonne, Streik. Die italienischen Fluglotsen sorgten genau passend zum italienischen Urlaubsbeginn dafür, dass auf vielen Airports nichts mehr ging - mehrere hundert Flüge mussten gestrichen werden. Auch Ferienflieger aus Deutschland waren betroffen.


DPA

Rom - Erhebliche Behinderungen verursachte der vierstündige Ausstand insbesondere in Rom und Mailand. Dort wurden hunderte Flüge gestrichen. In- und ausländische Passagiere reagierten mit Wut und Resignation. Auch Verbindungen nach Deutschland waren betroffen.

Allein die italienische Fluggesellschaft Alitalia strich den Angaben zufolge 200 von 600 Flügen. Gesichert seien lediglich etliche Interkontinental-Verbindungen nach Amerika, Asien und Afrika gewesen. Experten rechneten erst am Abend mit einer Normalisierung. "Schwarzer Tag für die Luftfahrt", kommentierte das italienische Fernsehen.

Italiens Verkehrsminister Pierluigi Bersani sagte, der Fluglotsenstreik verursache "einen großen Schaden für das Land". Hintergrund der Proteste sind Streitigkeiten um die Neuorganisation der Arbeitsplätze. In Italien hat gerade die Hauptreisezeit begonnen. Neben ausländischen Besuchern sind auch viele Italiener unterwegs.

Eine vierköpfige tunesische Familie berichtete in Mailand-Malpensa, ihr Flugzeug sei bereits über die Startbahn gerollt, als das Manöver abgebrochen worden sei. "Wegen einer Minute haben wir es nicht geschafft." 16 Studenten schlugen ein Feldlager auf. Zu Übergriffen wütender Passagiere sei es jedoch nicht gekommen.

Mit weiteren Behinderungen im Reiseverkehr muss während der gesamten Woche gerechnet werden. Am Dienstag wollen Bahnbeschäftigte und Feuerwehrleute streiken. Außerdem sind regionale Aktionen auf Flughäfen angekündigt. Auch der Fährverkehr zu den Ferieninseln ist betroffen.



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