Chaos in Port-au-Prince Schweres Nachbeben erschüttert Haiti

Panik auf den Straßen von Port-au-Prince: Haiti ist von einem schweren Erdbeben der Stärke 6 erschüttert worden. Das Zentrum lag südwestlich der Hauptstadt - Gebäude wackelten, Menschen liefen ins Freie.


Hamburg - Der Morgen brach gerade an, da bebte in Haiti erneut die Erde: Um 6:03 Uhr Ortszeit erschütterten schwere Erdstöße den Inselstaat. Zahlreiche Menschen rannten in der Hauptstadt Port-au-Prince schreiend und in Panik auf die Straßen, Schutt und Geröll fielen von beschädigten Gebäuden.

Das Nachbeben hatte nach Angaben des Geologischen Instituts der USA die Stärke 5,9 auf der Richterskala. Das Zentrum lag 60 Kilometer südwestlich von der Hauptstadt entfernt in rund zehn Kilometern Tiefe. Es war das schwerste Nachbeben seit den verheerenden Erdstößen in der vergangenen Woche.

Welche zusätzlichen Schäden das Beben anrichtete, ist noch unklar. US-Journalisten berichteten von schwankenden Häusern auch in der Hauptstadt des Karibikstaates. Ersten Angaben zufolge war in Port-au-Prince ein lautes Krachen zu hören - als ob ein beschädigtes Gebäude durch die weiteren Erdstöße eingestürzt sei.

"Es hat zunächst ein stärkeres Beben und dann einen schwächeren Erdstoß gegeben. Das Ganze hat nur etwa zehn Sekunden lang gedauert", berichteten Augenzeugen aus der Hauptstadt. Wie die Situation in anderen Gebieten aussah, war zunächst völlig unklar.

Helfer und Einheimische suchten gemeinsam Schutz

Das neue Beben dürfte die Arbeiten der Tausenden internationalen Rettungskräfte weiter erschweren, die mitten im Chaos auch mehr als eine Woche nach der Katastrophe nach Überlebenden und Verschütteten in den Trümmern suchen.

Die Haitianer rannten nach dem Nachbeben gemeinsam mit den Rettungskräften aus aller Welt ins Freie und versuchten sich so weit wie möglich von den beschädigten Gebäuden zu entfernen. Das Nachbeben überraschte viele Menschen im Schlaf.

In einem Krankenhaus in der Nähe des Flughafens der Hauptstadt begonnen die Menschen zu beten, als sich die Erde plötzlich wie ein schwankendes Schiff vor und zurück bewegte. Eine Krankenschwester berichtete laut dem Nachrichtensender CNN, die Menschen hätten um Schutz und Vergebung gebeten. Andernorts riefen sie: "Der Allmächtige! Der Allmächtige!"

Das Beben vom vergangenen Dienstag hatte ein Stärke von 7,0. Die Regierung befürchtet, dass bei der Katastrophe bis zu 200.000 Menschen ums Leben kamen. Nach Schätzungen der EU-Kommission wurden 250.000 Menschen verletzt, 1,5 Millionen verloren ihr Dach über dem Kopf. In Port-au-Prince und Umgebung halten sich mittlerweile auch Tausende internationale Helfer und Soldaten auf.

Kinderschützer rechnen indes damit, dass es nach den Beben zunehmen Kinderhandel in Haiti geben wird. "Viele Kinder sind völlig orientierungslos und traumatisiert", sagte der Geschäftsführer des christlichen Kinderhilfswerks "Unsere kleinen Brüder und Schwestern", Heiko Seeger. "Wir befürchten, dass es nach dem Beben wieder mehr Fälle geben wird."

han/AP/dpa/Reuters

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ThomasGB, 02.10.2009
1. Garnicht !
Zitat von sysopWie bei vielen Katastrophen zuvor verlaufen in Erdbebengebieten die Rettungsarbeiten oft nur stockend. Es gibt zu wenig technische Hilfsmittel. Das verringert die Überlebenschancen der Verschütteten. Was kann getan werden, damit zügiger geholfen werden kann?
Es ist nämlich eine Eigenschaft von Naturkatastrophen, daß man niemals weiß, an welchem Ende der Welt diese als nächstes auftreten. Helfen müssen sich die betroffenen Länder schon selber. Oder wollen Sie in jedem Dorf der Welt zehn Bagger für den Eventualfall stationieren ?
Nonvaio01 02.10.2009
2. Das ist halt Pech
Hallo, es klingt zwar hard aber das ist pech. Wenn man in einem Erdbeben gebiet lebt muss man halt mit Erdbeben rechnen. Die jeweilige Regierung muss halt dafuer sorgen das vorgesorgt ist sogut es halt geht. Japan mach das auch so und trozdem passieren Erdbeben von einer staerke mit der man nicht gerechnet hat, durch gute vorsortge koennen die opferzahlen aber auf das minimum gehalten werden. San Francisco z.b. Da weiss man das es hochgradig Erdbeben gefaehrlich ist und trozdem baut man dort eine Millionen Stadt. Man beschliesst gewisse Baumasnahmen um Gebaeude Erdbebensicher zu bauen, nur verhindern kann man es nicht. Wenn die jeweilige regierung es nicht fuer noetig haelt oder es wegen korruption und pfusch zu mehr zerstoerung kommt als noetig, ist das ein problem der regierung, nun kann man sagen die armen buerger haben keine wahl, dazu sage ich nur das jeder eine wahl hat, wenn mein Haus zusammen bricht wegen pfusch werde ich mir das nicht bieten lassen. Wenn ich mir alles gefallen lasse habe ich es nicht besser verdient...sorry aber das ist meine meinung. Gruss Bernd
reuanmuc, 02.10.2009
3.
Zitat von ThomasGBEs ist nämlich eine Eigenschaft von Naturkatastrophen, daß man niemals weiß, an welchem Ende der Welt diese als nächstes auftreten. Helfen müssen sich die betroffenen Länder schon selber. Oder wollen Sie in jedem Dorf der Welt zehn Bagger für den Eventualfall stationieren ?
.. und wann und wie sie auftreten. Früher oder später, wahrscheinlich später, wird man erkennen, dass eine von der UNO organisierte, ständige Hilfstruppe für Katastrophenfälle sinnvoll wäre. Dagegen steht einzig der Stolz und die Autorität vieler Staatsregierungen. Je mehr Katastrophen noch kommen, desto eher steigt jedoch der Druck auf die Regierungen, mit Einsicht ist dagegen nicht zu rechnen.
DefTom 02.10.2009
4. Immer dasselbe Spiel...
Jetzt ist dieses Beben gerade mal eine Tag her, und schon fällt der versammelten Weltpresse dort nichts mehr anderes ein, als über Einzelschicksale und sog. Wunder zu berichten. Und der Spiegel spielt mit. Ich könnte kotzen.
wudi 02.10.2009
5.
Zitat von reuanmuc.. und wann und wie sie auftreten. Früher oder später, wahrscheinlich später, wird man erkennen, dass eine von der UNO organisierte, ständige Hilfstruppe für Katastrophenfälle sinnvoll wäre. Dagegen steht einzig der Stolz und die Autorität vieler Staatsregierungen. Je mehr Katastrophen noch kommen, desto eher steigt jedoch der Druck auf die Regierungen, mit Einsicht ist dagegen nicht zu rechnen.
Ich sehe das Problem aehnlich. Aber Druck auf die Regierungen? Wird in vielen Laendern wenig helfen. Nehmen wir nur das Beispiel Burma. Gerade Katastrophengebiete liegen oft in undemokratischen Staaten.
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