Abgestürzte Fußballmannschaft Eine Stadt trauert um ihr Team

Im Stadion sind Särge aufgebahrt, es regnet in Strömen. Mit einer bewegenden Trauerfeier nimmt die brasilianische Stadt Chapecó Abschied von den Fußballspielern, die bei dem Flugzeugabsturz in Kolumbien ums Leben kamen.

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Zwei Transportmaschinen der brasilianischen Luftwaffe landeten gegen 9.30 Uhr in der südbrasilianischen Kleinstadt Chapecó. In strömendem Regen wurden die Särge in die Arena Condá gebracht und dort, im Stadion, aufgebahrt. Fast das ganze Fußballteam des Vereins Chapecoense ist tot, gestorben auf dem Weg zum Finale um den Südamerika-Cup.

In einer bewegenden Trauerfeier haben Angehörige und Freunde sowie die Bevölkerung der Stadt Abschied von den Opfern des Flugzeugunglücks in Kolumbien genommen. "Wenn ich diesen Regen sehe, denke ich nur, dass der Heilige Petrus den Tod der Spieler beweint", sagte Brasiliens Staatspräsident Michel Temer am Rande der militärischen Ehren noch am Flughafen.

Die Särge mit den verunglückten Spielern, Trainern und Betreuern wurden einzeln aus den Flugzeugen getragen und von jeweils sechs Soldaten über das Rollfeld und einen roten Teppich geschoben - die Menschen applaudierten den Opfern, Salutschüsse erschallten. Anschließend wurden die Särge in offenen LKW ohne Seitenwände durch die Stadt bis zum Stadion gefahren.

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Verunglückte Fußballmannschaft: Chapecó trägt Trauer

Trotz der sintflutartigen Regengüsse säumten Tausende die Straßen und füllten schon Stunden vor der Zeremonie das Stadion. Als die 50 Särge mit den Spielern und Delegationsmitgliedern, die nach Kolumbien gereist waren, um dort im Final-Hinspiel der Copa Sudamericana Vereinsgeschichte zu schreiben, in der Arena Condá eintrafen, sangen die Fans den Schlachtruf "O Campeao voltou", die Champions sind zurück.

Es wurden alle Namen der Toten verlesen; für jedes Opfer ließ man einen weißen Luftballon steigen. Weinende Menschen lagen sich in den Armen. Soldaten trugen die Särge in das Stadion. Bürgermeister Luciano Buligon, der wegen eines anderen Termins den Flug mit dem Fußballteam nach Medellín verpasst hatte, dankte ausdrücklich den Kolumbianern für die große Anteilnahme. Zum Schluss stimmten die Fans unter Tränen "Chape, Chape"-Jubelgesänge an. Auch Fifa-Präsident Gianni Infantino nahm am Gedanken an die Opfer teil.

In Chapecó, einer von europäischen Einwanderern geprägten Stadt im Bundesstaat Santa Catarina, steht die Zeit still. Das Grün des Klubs ist überall die dominierende Farbe. Aus aller Welt gibt es Anteilnahme, in Gedenken an die Opfer legten Fußballspieler weltweit vor Spielen eine Schweigeminute ein, viele Mannschaften liefen mit Trauerflor auf. Zeitgleich fanden in Florianópolis und Rio de Janeiro Trauerzeremonien für einige der 20 beim Absturz ebenfalls getöteten mitgereisten Journalisten statt.

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Flugzeugabsturz in Kolumbien: Trümmerfeld am Hang

Wie es nun weitergeht, ist unklar. Eigentlich steht in einer Woche das letzte Saisonspiel in der ersten Liga gegen Atlético Mineiro aus Belo Horizonte in der heimischen Arena Condá an. Nach Medienberichten hat der Klub, der bisher rund 5000 Mitglieder hat, mehr als 13.000 neue Anträge auf Mitgliedschaft bekommen. Zudem sind die grünen Trikots des Teams von Chapecoense vielerorts ausverkauft.

Insgesamt waren bei der Katastrophe 71 Menschen ums Leben gekommen. Die gecharterte Maschine war am Montagabend kurz vor der Landung in Medellín abgestürzt. 71 Menschen starben, sechs überlebten: drei Spieler, zwei Crewmitglieder, ein Journalist. Ihr Zustand ist inzwischen stabil. Der kleinen Charterfluggesellschaft Lamia wurde die Lizenz entzogen.

nck/dpa

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