Schauplatz von Manson-Morden Dieser Tatort soll zwei Millionen Dollar wert sein

"Atemberaubende Aussicht" - aber blutige Vergangenheit. In Kalifornien steht das Anwesen zum Verkauf, in dem die Anhänger des Sektenführers Charles Manson vor rund 50 Jahren zwei Menschen ermordeten.

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Knapp zwei Millionen Dollar für eine einstöckige Villa unweit des Stadtzentrums von Los Angeles - für vermögende Interessenten dürfte das nach einem verlockenden Angebot aussehen. Mit der Geschichte der Immobilie sollten sich zartbesaitete Käufer aber besser nicht auseinandersetzen.

Wie US-Medien berichten, haben in der Villa am 3311 Waverly Drive vor rund 50 Jahren zwei aufsehenerregende Morde stattgefunden. Anhänger des Sektenführers Charles Manson sollen dort am 10. August 1969 Leno LaBianca und dessen Frau Rosemary getötet haben.

Einen Tag zuvor waren einige Kilometer entfernt bereits die schwangere Schauspielerin Sharon Tate, Ehefrau von Regisseur Roman Polanski, und vier weitere Menschen ermordet worden - ebenfalls von Mansons Jüngern. Die Morde der Sekte erregten weltweit Aufmerksamkeit.

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Charles Manson: Mörderisches Anwesen zu Verkaufen

Laut CNN findet sich in der Annonce jedoch kein Wort zu der blutigen Vorgeschichte. Hausbesitzer in Kalifornien müssen Morde auf eigenem Grund dem Sender zufolge nur dann melden, wenn sie sich innerhalb der vergangenen drei Jahre ereignet haben.

Es wäre demnach auch nicht das erste Mal, dass die Villa den Besitzer wechselt. Der letzte Verkauf hat laut CNN im Jahr 1998 stattgefunden. An Anfragen mangelt es offenbar dieses Mal nicht.

"Es ist einfach so ein ruhiger, friedlicher und stiller Ort. Ich denke nicht, dass sich irgendwer darum kümmert, was hier vor langer Zeit passiert ist", sagte der zuständige Makler Robert Giambalivo der "Los Angeles Times". Das Interesse an dem Haus sei "extrem hoch".

Im Januar war bekannt geworden, dass einer von Mansons Anhängern im 19. Anlauf noch in diesem Jahr freikommen könnte. Der Sektenführer selbst war im Jahr 2017 gestorben - nach 48 Jahren im Gefängnis.

Manson war während der Hippiebewegung zum Anführer einer Sekte geworden. Mit LSD, Gruppensex und kruden Theorien machte er sich seine "Family", wie sich seine Gefolgschaft nannte, gefügig, heißt es. Seine abstruse Kernthese war die Vorhersage eines Rassenkriegs, der ihn über ein paar Umwege zum Herrscher der USA machen würde.

fek



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